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Liebe auf den ersten Blick - gibt es die?

Gibt es die Liebe auf den ersten Blick?
Liebe auf den ersten Blick - Nur ein Mythos? © picture alliance / Bildagentur-o

Gibt es die Liebe auf den ersten Blick?

Schlechte Nachrichten für alle Romantiker: Liebe auf den ersten Blick ist sehr, sehr selten, ein Mythos quasi. Wär’ schön, is aber nich. Eine Studie zeigt: Die meisten Paare finden sich beim ersten Treffen gar nicht toll. Das ist natürlich besonders für Singles ungünstig, die in einen festen Freundes- und Kollegenkreis integriert sind und genau auf den Amor-Pfeil an der Supermarktkasse oder Tankstelle hoffen.

Früher war das doch alles einfacher: Nachbarskinder, Schulfreunde und deren Kollegen, Kumpels und Kompagnons lernten sich kennen und legten sich schon früh fest. Auch damals sprühten höchstwahrscheinlich nicht gleich beim ersten Mal die Funken. Auf Partys und Schützenfesten, auf der Kirmes oder einfach draußen auf der Straße trafen sie sich immer wieder, entdeckten Gemeinsamkeiten, wurden vertraut und waren irgendwann verliebt. So läuft das nämlich.

Wissenschaftler aus den USA interviewten zu dem Thema "Liebe auf den ersten Blick" Frauen, die gerade aus dem Standesamt kamen. Das Ergebnis: 20 Prozent von ihnen mochten ihren frisch Angetrauten überhaupt nicht, als sie ihn das erste Mal trafen. Auch mit dem Date, das man im Internet kennengelernt hat, funktioniert das Prinzip "Knall auf Fall“ nicht. Einfach ein paar Auswahlkriterien eingeben und schwups - steht der Traumpartner da. So läuft es eben nicht.

Liebe auf den ersten Blick kann man nicht erzwingen

Und nun? Sich jemanden schön reden, der beim ersten Mal überhaupt nicht gefällt, kann’s ja auch nicht sein. Aber eine zweite Chance - oder auch mehr - hat jeder verdient. Die meisten Menschen brauchen Vertrauen, um tiefer gehende Gefühle überhaupt erst zuzulassen. Man muss schon eine gewisse Zeit miteinander verbringen, den anderen in verschiedenen Situationen erleben und schauen, wie er sich dort verhält, um ihn wirklich kennenzulernen. Und zu erkennen, ob einem das alles so gefällt. Und auch ganz wichtig: Nur wenn Singles ihre Bedürfnisse kennen, können sie beurteilen, ob der andere sie erfüllt.

Und was ist mit dieser unerklärlichen gegenseitigen Anziehungskraft, die doch manche Paare von jetzt auf gleich erwischt? Da geht es nur um Egoismus, so eine andere Studie aus Schottland. "Es scheint eine rein narzisstische Sache zu sein. Menschen fühlen sich zu dem hingezogen, der sie attraktiv findet", sagt Ben Jones vom Labor für Gesichtsstudien der University of Aberdeen, der an der Studie mitgearbeitet hat. Wir würden alle attraktiver wirken, wenn wir Leute anlächeln und Augenkontakt herstellen, so der Wissenschaftler.

Bei Tests, in denen Versuchspersonen verschiedene Bilder von Männern und Frauen gezeigt wurden, bewerteten die Attraktivität der Leute höher, die direkt in die Kamera schauten. "Wir haben herausgefunden, dass Menschen direkten Blickkontakt höher bewerten, als einen abwesenden Gesichtsausdruck.", so Dr. Jones. "In anderen Worten: Die Leute finden es attraktiver, wenn sie angeschaut werden."

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