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Leukämie: Ursachen, Symptome und Heilungschancen von Blutkrebs

Blutkrebs: Was macht Leukämie so heimtückisch?
Blutkrebs: Was macht Leukämie so heimtückisch? Diese Fakten sollten Sie kennen 00:07:02
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Leukämie ist in vielen Fällen heilbar

Die Krankheit Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden und lymphatischen Systems. Eines der Symptome von Leukämie ist die unkontrollierte Vermehrung von weißen Blutkörperchen im Blut des Kranken. Mit Hilfe moderner Medizin ist die Krankheit in vielen Fällen heilbar.

Leukämie: Ursachen, Symptome und Heilungschancen von Blutkrebs

In Deutschland erkranken laut dem 'Deutschen Krebsforschungszentrum' jedes Jahr rund 11.500 Menschen an Leukämie. Damit tritt die Krankheit relativ selten auf: Bei Brustkrebs etwa liegt die Zahl der Erkrankten bei über 71.000 jährlich. Von den 11.500 Kranken sind etwa sechs Prozent Kinder unter 15 Jahren.

Es gibt verschiedene Krankheitsverläufe von Leukämie: Eine akute und eine chronische. Eine akute Leukämie ist lebensbedrohlich, wenn sie nicht innerhalb der ersten Wochen behandelt wird. Die chronische Variante hingegen kann sich über mehrere Jahre ziehen, ohne Beschwerden zu verursachen. Zusätzlich zum unterschiedlichen Krankheitsverlauf wird zwischen mehreren Leukämiearten unterschieden: Die häufigsten sind die lymphatische und die myeloische Leukämie.

In beiden Formen der Leukämie entstehen statt normaler, ausgereifter Leukozyten unreife, nicht funktionierende Zellen im Knochenmark oder dem Lymphsystem. Diese entarteten Zellen können ihre Aufgabe, Krankheitserreger zu bekämpfen, nicht wahrnehmen und vermehren sich unkontrolliert schnell, sodass sie rote Blutkörperchen und Blutplättchen verdrängen.

Die Ursachen für Leukämie sind trotz des technologischen Fortschritts bei der Behandlung der Krankheit weiterhin ungeklärt. Experten mutmaßen, dass hauptsächlich Chemikalien wie Benzol (in Benzin enthalten), Strahlung, Viren, das Rauchen und die genetische Vorbelastung für den Ausbruch von Leukämie verantwortlich sind.

Die häufigsten Anzeichen für Leukämie sind Müdigkeit, Leistungsschwäche und Blässe. Dazu kommen in vielen Fällen eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte und eine Blutungsneigung, die sich in Form vermehrter blauer Flecken zeigt. Weitere Symptome können Fieber, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Nachtschweiß sein. Da die Risikofaktoren für die Krankheit nicht bekannt sind, ist keine Früherkennung möglich. Sollten Sie bei sich selbst oder einem Familienmitglied solche Symptome entdecken, ist ein rascher Arztbesuch anzuraten. Denn: je schneller die Krankheit entdeckt wird, desto höher die Chance auf Heilung.

Leukämie: Behandlung und Heilungschancen

Behandelt wird Leukämie in drei Schritten: Mit der Induktions-, der Konsolidierungs- und der Erhaltungstherapie. Während bei der Induktionstherapie alle Leukämie-Zellen zerstört werden sollen, geht es bei der Konsolidierungstherapie um die Überprüfung und Bekämpfung der eventuell verbliebenen Krebszellen. Die dritte Phase, also die Erhaltungstherapie, dient zur Stabilisierung und Prävention von Rückfällen.

Die Induktionstherapie besteht in der Regel aus einer Chemotherapie und der Einnahme von Zytostatika (Medikamente, die das Zellwachstum hemmen) als Tabletten oder Infusion. Je nach Zustand des Patienten kann die Chemotherapie entweder im Krankenhaus oder ambulant erfolgen.

In der Konsolidierungstherapie erhält der Kranke weiterhin Zytostatika. Die Erhaltungsphase dagegen kann je nach Art der Erkrankung sehr unterschiedlich gestaltet sein.

In manchen Fällen bekommen Leukämie-Patienten neben einer Chemotherapie Stammzellen- oder Knochenmarktransplantationen. Die Stammzellen und das Knochenmark können vom Patienten selbst oder von einem Spender stammen. Sie steigern die Chance, wieder gesund zu werden und können mit anderen Behandlungsverfahren kombiniert werden.

Während einer intensiven Chemotherapie können 99,9 Prozent der Krebszellen zerstört werden – 0,01 Prozent der Krebszellen überlebt allerdings. Aus diesem Grund spricht man bei Leukämie-Patienten in der Regel nicht von dauerhafter Heilung. Wie hoch die Überlebenschance des Patienten ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Art der Leukämie, anderen Erkrankungen und dem Alter des Kranken. Im Schnitt leben fünf Jahre nach einer Leukämie-Diagnose circa 40 Prozent der erwachsenen Patienten nach einer Behandlung. Bei etwa 65 Prozent von ihnen ist der Blutkrebs innerhalb dieser fünf Jahre noch einmal aufgetaucht.

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