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Leseprobe aus 'Wenn Liebe fremdgeht' - Acht Regeln für Geliebte

Wenn Liebe fremdgeht
Wenn Liebe fremdgeht: Regeln für Geliebte © ivan kmit - Fotolia

Acht Regeln für den/die Geliebte/n

1. Misch dich nicht in die Ehe deines Geliebten ein! Sie geht dich nichts an. Es kann gut sein, dass er dir erzählt, wie unglücklich er in seiner Ehe ist. Das könnte dich in deiner Verliebtheit dazu bringen, ihm helfen zu wollen. Mit guten Ratschlägen oder fürsorglichen Taten. Und es passiert leicht, dass du diese Ehe wirklich unerträglich findest. Für dich keine schlechte Nachricht, denn du weißt wahrscheinlich eine Alternative: Da wird bald was frei. Beachte zweierlei: Er mag erzählen, was er will, aber das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere ist die, dass er immer noch die Ehe aufrechterhält. Und außerdem: So verkehrt kann seine Frau nicht sein, wenn sie ausgerechnet denselben Mann hat wie du: Auch wenn du dich über sie wunderst: Respektiere sie und sprich nicht schlecht über sie.

2. Geh davon aus, dass du über die Ehe deiner Geliebten nicht alles weißt! Wenn sie ihrem Mann gegenüber fair ist, schützt sie ihn vor dir. Verschweigt dir seine Schwächen und wunden Punkte. Das verdient Respekt. Aber es gibt auch andere Gründe: Wenn sie dich halten möchte, wird sie nicht alles sagen, was sie noch an ihrem Mann hält. Das muss nicht Liebe sein. Es kann die nackte Existenzangst sein – oder materielles Kalkül, wenn der Mann finanziell potenter ist als du es bist. Ein liebendes Herz schließt einen kühlen Kopf nicht aus. Wenn du nicht alles verstehst, kann das daran liegen, dass du nicht alles weißt.

3. Stelle keine Ansprüche, egal, was dein Geliebter dir versprochen hat! Im verliebten Zustand sagt er dir alles Mögliche. Und er meint das auch so. Aber es ist nur begrenzt gültig. Er kann dir versprechen, immer für dich da zu sein. Und wenn du krank im Bett liegst und ihn brauchst, kommt er dann doch nicht, weil seine Frau Geburtstag hat und er da nicht wegbleiben kann. Solange er noch mit seiner Frau unglücklich zusammen ist, verspricht er dir vieles, weil er sich selbst eine bessere Beziehung wünscht. Aber er ist erst frei, wenn er frei ist. Merke: Ein verheirateter Mann ist verheiratet.

4. Stelle dich nicht über ihren Ehemann! Natürlich habt ihr es schöner, prickelnder, aufregender miteinander, als sie es nach langen Ehejahren mit ihrem Mann hat. Genieße es, aber bilde dir nichts darauf ein! Das liegt in der Natur der Sache. Es ist neu, es ist unverbraucht, es ist geheim, es ist nicht verdorben durch den Alltag. Ihr Mann mag den stärkeren Part haben, weil er die älteren Rechte hat, aber zugleich hat er auch den undankbareren Part. Mit ihm sind Frustration, Ärger, ungelebte Träume verbunden. Was sich eben so an unschönen Gefühlen ansammelt in einer Ehe. Aber es liegt meistens an der Ehe, nicht an dem Mann. Du hast den fröhlicheren Part im Spiel, aber er ist kein schlechterer Mensch als du.

5. Wenn eure Affäre herauskommt, gelten plötzlich andere Regeln als in der Phase des Geheimnisses. Rechne mit allem! Ihr Mann hat es herausbekommen. Du weißt nicht, wie er reagiert. Sucht er dich auf und droht dir? Kontrolliert er ab jetzt jeden ihrer Schritte? Oder wird er krank und in seiner Verzweiflung arbeitsunfähig? Deiner Geliebten geht es jetzt weniger um das Vergnügen mit dir. Jetzt bist du nicht als erotischer Spielpartner, sondern als Freund gefragt. Sie braucht jetzt deine Unterstützung. Und das kann auch heißen: Ihr seht euch eine Zeitlang nicht. Sie muss auf das Kontaktverbot ihres Mannes eingehen, wenn sie seine Wut nicht riskieren will. Sie kann ihr nicht entgehen. Du schon. Deshalb: Nimm dich einen Schritt zurück. Es geht jetzt nicht um dich. Aber verdrücke dich nicht gleich, sobald die ersten Schwierigkeiten auftauchen. Bleibe verfügbar, aber dränge dich nicht auf.

6. Überlege, ob für dich die Position der Geliebten nicht besser ist als die Position des neuen festen Partners! Wenn es schon eine Weile gut läuft mit euch, wenn ihr euch versteht, geistig, sexuell, weltanschaulich, lebenspraktisch, wenn es Freude macht, den anderen da zu haben, wenn einfach alles stimmt, dann ist der Gedanke nicht fern, dass ihr beide das Paar der Zukunft seid. Und wenn nicht die Ehefrau im Weg wäre und mit ihr das ganze etablierte Leben, dann wäre es das doch mit euch! Kann sein. Aber bedenke ernsthaft Folgendes: Zum großen Teil habt ihr es so gut miteinander, gerade weil ihr nicht das offizielle Paar seid, gerade weil ihr euch eure geheime Nische eingerichtet habt. Gerade weil ihr vom Alltag verschont seid. Ein gutes Liebes- oder Affärenpaar ist noch lange kein gutes Ehepaar. Sobald ihr fest und offiziell zusammen seid, verliert ihr auch etwas. Überlege es dir gut, ob du es nicht lieber behalten willst!

7. Mache deine Selbstachtung unabhängig von der Entscheidung deiner Geliebten! Vielleicht entscheidet sie sich gegen dich. Für ihre Ehe, die für sie mehr umfasst als nur die Anziehung zu ihrem Ehemann. Diese Entscheidung trifft sie, nachdem sie lange gezögert hat, daran gedacht hat, für dich ihren Mann zu verlassen. Das muss nicht bedeuten, dass du etwas falsch gemacht hast. Es muss auch nicht heißen, dass du der schlechtere Mann bist. Aber es heißt: Du hast verloren. Nimm die Niederlage mit Würde. Was ihr miteinander hattet, bleibt wertvoll, auch wenn es zu einem Ende gekommen ist.

8. Mache es zu einer schönen Erinnerung! Dass es vorbei ist, heißt nicht, dass jetzt alles zum Tratsch und Verriss freigegeben ist: Gehe auch danach respektvoll mit der Affäre um! Es kann sein, dass du das Gefühl hast, vor deinen mitwissenden Freundinnen begründen zu müssen, warum du Schluss gemacht hast, oder warum er dich trotz allem hat sitzenlassen. Bewahre auch und gerade dann Stil, wenn du verletzt und traurig bist. Du hast mehr davon, wenn du es nicht als gescheiterte Beziehung, sondern als schöne Episode in deine Lebensgeschichte eingehen lässt. Gehe gut mit dem um, was zukünftig deine Erinnerung sein wird!

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