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Leihmutterschaft - was bedeutet das überhaupt? Die drei wichtigsten Fakten!

Leihmutterschaft – was ist das überhaupt?
Leihmütter erfüllen unfruchtbaren Paaren den Traum vom eigenen Kind - doch in vielen Fällen ist eine Leihmutterschaft gar nicht rechtens. © luna - Fotolia, Bernd Friedel

Leihmutter: Rechtliche Grundlagen und Co.

Zwei aktuelle Fälle haben das Thema Leihmutterschaft wieder in den Fokus gesellschaftlicher Diskussionen gerückt. Erst berührte uns die Geschichte von Baby Gammy, von einer Leihmutter zur Welt gebracht, von den Eltern allerdings aufgrund ihres Down-Syndroms verstoßen. Dann rückt eine bizarre Klage gegen US-Star Beyoncé – angeblich habe nicht sie, sondern eine Leihmutter ihr Kind auf die Welt gebracht – die Thematik in den Mittelpunkt. Die Fragen, die sich hinsichtlich des Themas aber vor allem stellen, sind jene nach den rechtlichen Grundlagen: Wer darf überhaupt Leihmutter werden? Wer geht womit welche Rechte und Pflichten ein? Und: Welche unterschiedlichen Regelungen bestehen innerhalb und außerhalb Deutschlands?

Was ist eine Leihmutterschaft?

Als Leihmütter werden Frauen bezeichnet, die für die Dauer einer Schwangerschaft ihre Gebärmutter sozusagen "verleihen", um für eine andere Person bzw. mehrere Personen ein Kind zu gebären. Grundsätzlich gibt es drei Varianten einer Leihmutterschaft:

Entweder wird dafür das genetische Material - also die befruchtete Eizelle - der bestellenden Eltern in die Leihmutter implantiert, die fortan den Embryo in sich trägt und das Baby zur Welt bringen wird. Die Mutter, die den Auftrag gegeben hat, wird in diesem Fall zur "sozialen Mutter". Dieses Verfahren wird zum Beispiel angewandt, wenn die Frau keine Gebärmutter mehr hat. Die soziale Mutter und die Gebärende sind verschiedene Personen.

Andererseits ist es möglich, das Sperma des auftraggebenden Mannes einer "Tragemutter" zu inseminieren - das heißt in diesem Fall wird die Eizelle der Leihmutter befruchtet. Dann sind genetisch gesehen austragende und gebärende Frau identisch.

Im dritten Fall ist es möglich, dass die genetische Elternschaft vollständig aufgehoben ist. Dann stammen sowohl die Ei- als auch die Samenzelle von Fremdspendern.

Sind Leihmutterschaften in Deutschland erlaubt?

Nein. Das Embryonenschutzgesetz verbietet jede ärztliche Leistung, die eine Leihmutterschaft ermöglichen würde und stellt diese unter Strafe (bis zu drei Jahre Haft oder Geldbußen). Ebenfalls ist die Vermittlung von Leihmüttern hierzulande laut dem Adoptionsvermittlungsgesetz verboten. Falls es trotz bestehender Verbote zu einer Leihmutterschaft kommt, ist rechtlich nicht eindeutig geklärt, wer als Mutter und Vater des Kindes gilt.

Wie ist die rechtliche Lage in anderen Ländern?

Innerhalb der EU ist die Rechtslage unterschiedlich: In 15 der 28 Mitgliedsstaaten ist die Leihmutterschaft per Gesetz verboten. In Russland und den USA sind Leihmutterschaften dagegen zumindest für homosexuelle Paare erlaubt. Unabhängig von sexueller Neigung sind Leihmutterschaften zudem in Belgien, Griechenland, dem Vereinigten Königkeit, Israel, Australien und den Niederlanden gestattet.

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