Leihmutter für Neandertaler-Baby gesucht

Neandertaler
Neandertaler züchten © dpa, Federico Gambarini

Wissenschaftler will Neandertaler-Baby züchten

Eine unglaubliche Forderung: Der amerikanische Genetiker Dr. George Church von der Harvard Medical School möchte einen Neandertaler-Embryo züchten! Das einzige, was ihm dazu noch fehle, sei eine Frau, die als Leihmutter dienen möchte. "Alles, was ich jetzt noch brauche, ist einen abenteuerlustigen weiblichen Menschen", so der 58-Jährige.

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Church ist einer der führenden Genetiker der Welt. In seinem Experiment möchte er eine menschliche Spezies, die vor über 33.000 Jahren ausgestorben ist, wieder aufleben lassen. Der Genetiker glaubt, dass sein Experiment ein großer Schritt für die Forschung und somit auch für die Menschheit sei, denn es sei möglich, dass durch den Neandertaler Resistenzen gegen viele Arten von Viren hergestellt werden könnten – auch gegen HIV, Masern oder Erkältungsviren. Außerdem möchte der Professor herausfinden, ob der Alterungsprozess verlangsamt werden könnte, wenn das menschliche Genom durch die Neandertaler-Gene verändert würde.

Leihmutter soll Neandertaler-Baby austragen

Um dies zu erforschen, beabsichtigt Church, die DNA der Neandertaler zu rekonstruieren. Seine Untersuchungen an fossilen Knochenfunden der Neandertaler und die damit verbundene Analyse des genetischen Codes reichten laut Church aus, um das Genom nachzubilden. „Es hängt von verdammt vielen Dingen ab, aber ich denke, es kann getan werden“, bestätigt der Genetiker.

Sein Experiment würde wie folgt ablaufen: Church würde, ausgehend von dem genetischen Code der Neandertaler, DNA in menschliche Stammzellen implantieren. Diese würde er dann in die Zellen eines Embryos injizieren. Nachdem der Embryo einige Tage herangewachsen ist, soll er seiner Leihmutter eingepflanzt werden.

Wann und ob sein Experiment startet, ist allerdings fraglich, denn Church stößt auf Kritik der Bio-Ethiker und der Vertreter der „Christlichen Medizin“. Schließlich ginge es um ethische Fragen und die damit verbundenen Risiken, die zurzeit noch unbekannt sind.