LIEBE LIEBE

Leidenschaft: Der Traum von wilder Liebe

Leidenschaft: Der Traum von wilder Liebe
Leidenschaft: Der Traum von wilder Liebe

Wir wollen wild lodernde Leidenschaft

Im Grunde genommen sehnen wir uns doch alle nach einer leidenschaftlichen Liebe. Kompromisslos. Gegen alle Widerstände. Ein Flammenmeer, das die Herzen ewig wärmt. Wonach wir uns nicht sehnen, das sind die Schmerzen, die solch eine Hitze mit sich bringt. Wir lieben dann doch lieber lauwarm, sichern uns ab, riskieren nichts bis wenig. Liebe mit Bausparvertrag. Und sehnen uns doch trotz Bauspar-Liebe still weiter nach diesem Vulkan an Gefühlen, der alle Verträge sprengt.

Ein legendäres Beispiel für ein Liebespaar, das auf einem Vulkan liebt und lebt, waren Liz Taylor und Richard Burton. Über ihre sagenhafte Liebe (allein zwei Mal verheiratet!) gibt es jetzt ein sagenhaftes Buch: "Furious Love".

Es schildert in allen Facetten, wie diese Menschen einander verfallen waren. Noch nach vielen Jahren des Zusammenseins verzehrten sie sich nach einander, wenn sie getrennt waren. Selbst wenn es nur ein Tag war. Die beiden wollten ständig miteinander ins Bett. Da wird einem doch wehmütig ums Herz, wo sich bei uns Sterblichen meistens nach zwei oder drei Jahren schon die tote Hose ins Bett geschlichen hat!

Woher kommt diese Lebendigkeit bei Taylor und Burton? Nun, aus dieser wilden Liebe selbst. Die Liebe speist das Leben. Und natürlich weil die beiden Turteltäubchen den Preis gezahlt haben für diese Intensität, sie haben sich auch gestritten, geprügelt, haben Teller an die Wand geworfen, haben sich betrunken. Liebe und Leben - ein Rausch der Sinne. Ein Spektakel.

Das Geld hat ihnen dabei sicher geholfen, exzessiv zu sein, sich eine Yacht zu kaufen - und auf dieser eine über Monate dauernde Liebesparty zu feiern, der Champagner fließt, die Küsse enden nie. Schön!

Doch ich bin sicher, wenn Burton Liz in einem walisischen Dorf kennengelernt hätte, wenn sie dort als Nicht-Promis gelebt hätten, wären die beiden genauso liebevoll, sexy und stürmisch gewesen. Genaugenommen waren sie keine "Turteltäubchen", die gurren, sie waren brüllende Löwen, Giganten der Liebe.

Wilde Leidenschaft bietet keine Sicherheit

Man merkt an meinen schwärmerischen Worten: Frau Ehrenberg findet das gut. Ja! Ich unterdrücke oft meine großen Gefühle, weil ich mich nicht traue, sie auszuleben. Dabei drückt der Schuh viel mehr, wenn man sie nicht auslebt! Und wenn ich jemanden anderen rate, dann bin ich auch eher geneigt, zu sagen: "Passt auf! Seid vorsichtig, liebt in kleinen und verträglichen Dosen, seht zu, dass Ihr Euch nicht verletzen lasst."

In einer wilden Liebe gibt es aber Verletzungen, es zahlt mal der eine, mal der andere drauf. Big Love - da ist kein Platz für emotionale Sicherheiten. Stattdessen die Bereitschaft, Liebesschmerzen auzuhalten, bis wieder die große Welle der Leidenschaft jeden Schmerz wegspült.

Vielleicht kann Otto Normalverbraucher nicht durchgängig wild lieben. Wer in einer Mietwohnung ständig lautstark das Geschirr zertrümmert, kriegt Ärger mit dem Vermieter. Auf einer Yacht hat man da keine Probleme.

Aber wir wollen uns wenigstens ab und zu ein Stück vom Leidenschafts-Kuchen abschneiden, ein Stückchen unserer Rüstung ablegen, uns der Liebe ausliefern, statt sie beherrschen zu wollen.

Das gebe ich Euch heute mit auf den Weg.

Die Liebe wird es uns danken!

Eure Birgit Ehrenberg

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