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Leichtsinnig und gefährlich: Erkältet Auto fahren

Alkohol und Erkältung machen Autofahren gefährlich
Nicht nur angetrunken kann der Verkehr so aussehen - auch Erkältungen haben einen negativen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit. © picture-alliance/ dpa, Lehtikuva Ismo Pekkarinen

Was ist schlimmer: Angetrunken oder erkältet Auto fahren?

Die Wartezimmer sind zur Zeit voll mit Grippe-Patienten, und die ahnen oft nicht, wie sehr schon eine simple Erkältung ihr Reaktionsvermögen einschränkt. Ein Test soll Aufklärung bringen, ob angetrunken Auto fahren oder fahren mit einer Grippe gefährlicher ist.

Dafür fährt eine Patientin unter ärztlicher Kontrolle dreimal den gleichen Parcours ab: einmal krank, eine Woche später gesund und schließlich mit einer sogenannten Rauschbrille, die Trunkenheit simuliert.

Erster Test: die Vollbremsung

Fahrlehrerin Jana Brozda lässt Patientin Daniela Münther auf dem Testgelände eine Runde fahren. Dann soll mit Hilfe einer Vollbremsung ihre Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit getestet werden. Doch Daniela bremst zu früh – Reaktionsbewertung: mangelhaft.

Zweiter Test: der Slalomparcours

Normalerweise dürfte es keine Probleme geben, doch auch bei dieser Übung kann Daniela nicht glänzen. Einige Hütchen müssen dran glauben und die Fahrerin stellt fest: "Das Konzentrieren fällt mir schon relativ schwer, bei so einer spektakulären Fahrsituation komme ich an meine Grenzen."

Dritter Test: Ausweichmanöver bei Regen

Beim letzten Test wird ein Regen-Tag nachgestellt: Auf nasser Fahrbahn soll die erkältete Daniela eine Vollbremsung und ein Ausweichmanöver kombinieren. Im Alltag müsste sie so etwas laut Expertin schaffen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Auch hier mangelt es an Konzentration- und Reaktionsvermögen.

Fazit: Langsamere Reaktion, verquollene Augen, Niesattacken - das alles kann zum entscheidenden Fehler beim Autofahren führen. Ein Unfall könnte die Folge sein!

Erkältet Auto fahren fällt deutlich schwerer

Eine Woche später fährt Daniela den gleichen Parcour noch einmal - diesmal ist sie aber gesund. Und diesmal gelingt die Vollbremsung, bleiben alle Hütchen stehen und beim Nässe-Test hat sie sogar noch Zeit fürs Blinkersetzen.

Fazit: Gesund fährt Daniela deutlich besser als mit einem grippalen Infekt.

Nun stellt sich jedoch die Frage: Ist erkältet genauso schlimm wie angetrunken Auto fahren?

Um das herauszubekommen, setzt Daniela eine sogenannte Rauschbrille auf - die simuliert einen Alkoholpegel von etwa 0,8 Promille. Sofort merkt Daniela, dass sie Probleme mit dem Gleichgewicht hat und sich unsicher im Auto fühlt. Beim Bremsen ist sie wieder zu langsam, die Slalomfahrt wird zur Schlingerpartie und auch drei Hütchen müssen wieder dran glauben.

Das Ergebnis des Tests: Krank ist Testfahrerin Daniela deutlich schlechter Auto gefahren als gesund. Zwar ist sie nicht ganz so schlimm gefahren wie mit der Rauschbrille, aber in beiden Fällen war die Reaktionsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Kommen dann noch Medikamente dazu, sollte man sich ernsthaft überlegen, ob man sich noch hinters Steuer setzt - oder doch lieber Bus oder Bahn nimmt!

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