BABY BABY

Lehrerin stillt Baby im Unterricht: Schüler fühlen sich gestört

Lehrerin aus Arkansas/USA stillt ihr Baby im Unterricht
Mit einer Decke bedeckt stillt diese Lehrerin ihr Baby im Unterricht. Die Schüler machten ein Foto und posteten es bei Facebook. © © Facebook

Schüler machen Foto und posten es bei Facebook

In dem kleinen, beschaulichen Ort Poyen in Arkansas/USA sorgt zurzeit ein kleines Baby für große Aufregung: Seine Mutter – eine High-School-Lehrerin – bringt es mit in die Schule und stillt es während des Unterrichts. Während einige Schüler es in Ordnung finden, fühlen sich andere durch das Baby gestört und haben sich beschwert. Das berichtet die ‚Dailymail‘.

Seit die Lehrerin aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekommen ist, bringt sie ihr Baby immer wieder mit in den Klassenraum. Ein Schüler machte ein Foto, während die Lehrerin - mit einer Decke bedeckt - ihr Baby gestillt hat, und postete es bei Facebook. Auch wurde ein Video im Klassenzimmer gemacht, auf dem man das Weinen des Babys hört. „Es lenkt ab, vor allem da wir pubertierende Jungs in der Klasse haben", beschwert sich ausgerechnet ein junges Mädchen. Doch es gibt auch andere Meinungen. Zumindest zwei Jungs scheint es nicht wirklich zu stören. So sagt ein Schüler: „Das Baby liegt nur da und spielt mit seinem Spielzeug. Nur ab und zu weint es, und dann geht sie (die Lehrerin) hin und kümmert sich darum.“ Und ein anderer fügt hinzu: „Es ist ein süßes Baby und ich glaube nicht, dass es alle stört.“

Die Schulleitung der High School sagt nur, dass die Lehrer ihre Kinder in Notfällen in die Klasse mitbringen dürfen, weiter wollten sie diesen Fall nicht kommentieren. In Deutschland haben stillende Mütter während der Arbeit einen Anspruch auf Stillzeiten. Das Mutterschutzgesetz sieht vor, dass zum Stillen mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben ist. Wie diese Zeit eingesetzt wird, sollte mit dem Vorgesetzten verhandelt werden. Stillzeiten gelten auch als Arbeitszeit, in dieser Zeit wird der Lohn weitergezahlt – stillende Mütter müssen dafür also weder vor- noch nacharbeiten.

Speziell für Lehrerinnen heißt es im Informationsblatt der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ‚GEW‘: „ Es ist deshalb unzulässig, den Stundenplan einer stillenden Lehrerin wegen des Stillens so zu ändern, dass Stillzeiten in Freistunden fallen. Es muss gemeinsam mit der Schulleitung eine verträgliche Lösung gefunden werden, die diese Grundsätze beachtet.“

So eine Lösung müssen wohl auch die Schüler und die Lehrerin in der 290-Einwohner-Gemeinde finden. Früher oder später wird das Baby aber sicher auf Breinahrung umgestellt und dann löst sich das ‚Problem‘ von selbst.

Anzeige