Leber-Spende: Vater kann nur einer seiner Zwillings-Töchter das Leben retten

Leber-Spende: Vater kann nur einer seiner Zwillings-Töchter das Leben retten
Die beiden Zwillinge Binh und Phuoc leiden unter dem ‚'Alagille Syndrom‘ und brauchen dringend eine Leber-Spende. © © Facebook

Binh und Phuoc leiden unter dem 'Alagille Syndrom‘

Michael Wagner aus Ontario stand vor der herzzerreißendsten Entscheidung, die man sich vorstellen kann: Seine beiden Adoptiv-Zwillingstöchter (3) brauchten eine Leberspende, aber er konnte nur einer von beiden helfen. Jetzt sucht die Familie per Facebook einen weiteren passenden Leber-Spender.

Nachdem Wagner herausgefunden hatte, dass er zufälligerweise der perfekte Leberspender für seine beiden kleinen Adoptiv-Töchter ist, musste er sich entscheiden, welcher von beiden er mit seiner Leber-Spende das Leben rettet. Er und seine Frau Johanne hatten die beiden Mädchen, Binh und Phuoc aus einem vietnamesischen Waisenhaus adoptiert, als sie 18 Monate alt waren. Beide Mädchen leiden unter dem sogenannten 'Alagille Syndrom', einer sehr seltenen Erbkrankheit mit unterschiedlichen Symptomen wie Gelbsucht, Herzerkrankungen und Gesichtsdysmorphien. Da bei beiden Mädchen langsam die Leberfunktion versagt, brauchen sie dringend Spender, um zu überleben.

Statt des mit der Entscheidung überforderten Vaters beschlossen schließlich die Ärzte, dass die Leber-Spende des Vaters an die kleine Phuoc gehen soll. Die Transplation eines Teils der väterlichen Leber wurde bereits vollzogen. Beiden Patienten - dem Vater und der dreijährigen Phuoc - geht es gut, so das kanadische Krankenhaus, in dem beide Kinder und der Vater behandelt werden.

Um auch das zweite Mädchen retten zu können, eröffneten die Wagners eine Facebook-Seite 'Liver Transplants for our Vietnamese Twin Girls' und einen Blog (http://onemorepotatointhepot.blogspot.ca/) in der Hoffnung, einen passenden Spender zu finden. Dort veröffentlichen sie auch die aktuellen Informationen zum Zustand der Kinder.

436 potenzielle Leber-Spender bereits gemeldet

Die Wagners hatten bereits fünf Kinder, bevor sie sich dazu entschieden, die beiden kleinen vietnamesischen Zwillinge zu adoptieren. Und sie haben es keine Sekunde bereut: "Wir würden es immer wieder tun. Sie haben uns und unseren Kindern Offenheit und Toleranz gelehrt. Sie sind ein wunderbares Geschenk für uns alle."

Bisher haben sich bereits 436 Menschen vom Aufruf der Wagners angesprochen gefühlt und sich beim Krankenhaus gemeldet. Ob sich unter diesen Freiwilligen bereits ein passender Spender befindet, wird derzeit noch festgestellt. Wir wünschen der Familie alles erdenkliche Glück bei der weiteren Suche.

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