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Leber-Hirn-Störung: So beeinflusst die Leber das Gehirn

Fast 80 Prozent aller Patienten mit einer Leberzirrhose entwickeln eine Leber-Hirn-Störung.
Extrem wichtiges Organ: Ein Leberschaden kann auch das Gehirn beeinträchtigen. © picture alliance / dpa, Emily Wabitsch

LHS: Ammoniak greift Hirnzellen an

Die Hauptaufgabe der Leber ist es, den Körper zu entgiften. Kann sie diese Aufgabe - zum Beispiel wegen einer Leberzirrhose - nicht mehr ausführen, funktioniert der Körper nicht mehr wie gewohnt. In vielen Fällen entsteht dann eine sogenannte Leber-Hirn-Störung, durch die die Leistung des Gehirns beeinträchtigt wird.

Die Leber gehört zu den wichtigsten Organen des Menschen und ist für den Stoffwechsel im Körper zuständig. Wird die Leber geschädigt oder stirbt ein Teil von ihr ab, kann sie sich regenerieren - das Gewebe bildet sich automatisch wieder neu. Dafür müssen allerdings zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Ursache der Verletzung muss beseitigt werden und mehr als die Hälfte der Leber muss noch intakt sein.

Durch den Konsum von Alkohol, Viren und andere Einflüsse kann die Leber allerdings dauerhaft geschädigt werden. In Deutschland sind derzeit rund 1,5 Millionen Patienten von einer Zirrhose betroffen, Männer deutlich häufiger als Frauen. 15 bis 30 Prozent der Kranken klagen in den ersten Jahren der Krankheit über keine Beschwerden - die Leberzirrhose fällt erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Die Symptome sind dann oft heftige innere Blutungen der Speiseröhre, ein Wasserbauch, Leberkrebs und die Leber-Hirn-Störung.

Fast 80 Prozent aller Patienten mit einer Leberzirrhose entwickeln eine Leber-Hirn-Störung, auch hepatische Enzephalopathie genannt. Sie entsteht, wenn das Zellgift Ammoniak in das Gehirn eindringt und dort Gehirnzellen vergiftet. Ammoniak wird beim Verdauen von Eiweiß gebildet und von der Leber zu unschädlichem Harnstoff umgebaut - kann diese das Gift nicht mehr abbauen, gelangt Ammoniak in den ganzen Körper, auch ins Gehirn. Dort kann es erhebliche Schäden anrichten. Im Schlimmsten Fall kann eine Leber-Hirn-Störung zum Koma führen.

Leber-Hirn-Störung: Was sind die Symptome?

Da eine unbehandelte Leber-Hirn-Störung ernste Auswirkungen auf das Leben des Kranken haben kann, ist es wichtig, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen. Aus diesem Grund sollten Sie die Symptome der Leber-Hirn-Störung kennen.

1. Im Anfangsstadium entwickeln Sie eine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche. Dazu kommen Einschränkungen des Gedächtnisses und des Reaktionsvermögens sowie Lustlosigkeit.

2. In der nächsten Phase der Krankheit fallen feine Bewegungen wie Handarbeiten immer schwerer, die Aussprache wird undeutlicher. Die Hände werden zittrig und Sie brauchen mehr Schlaf als normal.

3. Bleibt die Krankheit weiterhin unbehandelt, fällt die Orientierung immer schwerer, außerdem fühlen Sie sich verwirrt und gefühlsleer. Weitere Symptome wie Unsicherheit beim Gehen und Stehen sowie der unkontrollierte Verlust von Harn oder Stuhl können ebenfalls auftreten.

Diese Symptome sind bereits die letzte Warnung: Tut der Patient weiterhin nichts, besteht die große Gefahr, dass er ins Koma fällt. Wird die Leber-Hirn-Störung mit Medikamenten behandelt, können die Symptome bekämpft und zukünftige Schübe der Krankheit vorgebeugt werden.

Wollen Sie der Leber-Hirn-Störung selbst vorbeugen, ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen und zu schlafen - und möglichst auf Alkohol und Schlafmittel zu verzichten.

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