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Lebensrettung im Wasser: So retten Sie Menschen in Notsituationen

So retten Sie Menschen vor dem Ertrinken
So retten Sie Menschen vor dem Ertrinken Erste Hilfe bei Badeunfällen 00:03:43
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Diese Maßnahmen retten Leben

Sommer, Sonne, Badespaß? An heißen Sommertagen sorgt der Badesee für die nötige Abkühlung. Doch das kühle Nass birgt auch etliche Gefahren. Jedes Jahr häufen sich Meldungen von tödlichen Badeunfällen. Aber wie verhält man sich in so einer Extremsituation?

So retten Sie Menschen vor dem Ertrinken
In der warmen Jahreszeit werden wir immer wieder mit Meldungen über tödliche Badeunfälle konfrontiert. © Photobank - Fotolia

Oftmals werden Ertrinkende von anderen Badegästen nicht einmal bemerkt. "Ertrinkende versuchen schon auf sich aufmerksam zu machen, doch bei weitem nicht so dramatisch, wie Hollywood es uns vormacht", erklärt Robert Sandig, Rettungsschwimmer bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Da die Kräfte bei einem Ertrinkenden extrem schnell schwinden, müssen Umstehende sofort reagieren.

Wichtig vor einem Rettungsversuch ist, sich erst einmal bewusst zu machen, ob man physisch überhaupt in der Lage ist, jemanden aus dem Wasser zu ziehen. Wenn dies der Fall ist, sind selbstverständlich auch Laien in der Lage, Menschen zu retten. Trifft das jedoch nicht zu, sollte schleunigst die DLRG verständigt werden.

Doch wie greift ein Laie am besten ein, um einen Schwimmer in Not retten? Bevor ein Retter überhaupt ins Wasser geht, sollte der Notruf verständigt werden. Die Rettungsdienste sind an bewachten Gewässern die erste Anlaufstelle.

Im Wasser kommt es auf den richtigen Griff an. Hierbei wird zwischen Standartschleppgriffen und Fesselschleppgriffen unterschieden. Bei panisch reagierenden Personen eignet sich der so genannte Fesselschleppgriff. Dabei sollte der Retter den Ertrinkenden von hinten anschwimmen, um zu verhindern, dass ihn dieser aus Panik umklammert und selbst ins Wasser zieht. Befindet man sich hinter dem Ertrinkenden, zieht man mit seiner rechten Hand die linke Hand der zu rettenden Person hinauf zum Schulterblatt. Mit der linken Hand greift man an das Kinn der Person, wodurch der Kopf stabilisiert wird. Anschließend kann das Opfer aus dem Wasser gezogen werden.

Eine andere Variante ist der Achselschleppgriff. Dabei befinden sich sowohl Retter als auch Schwimmer ebenfalls in der Rückenlage. Der Retter greift mit beiden Händen von unten in oder vor die Achselhöhle des Ertrinkenden. Ist das Opfer bewusstlos, sollte dieser Griff vermieden werden, da der Retter hier nicht das Gesicht des Bewusstlosen über Wasser halten kann und somit die Gefahr besteht, dass dieser Wasser schluckt und ertrinkt.

Beim Brust-Schulter-Schleppgriff schwimmt der Retter in Seitenlage und umfasst so den auf dem Rücken liegenden Ertrinkenden mit einem Arm diagonal über der Brust. Dadurch steht der freie Arm zum Schwimmen zur Verfügung. Auch dieser Griff ist nicht für das Schleppen Bewusstloser geeignet.

Wenn man mit mehreren Menschen versucht, jemanden zu retten, ist es von Vorteil, wenn die Helfenden sich jeweils in die Achselhöhle des Ertrinkenden einhaken und ihn so gemeinsam aus dem Wasser ziehen.

An Land folgen lebensrettende Sofortmaßnahmen

Befindet sich der Ertrinkende an Land, folgen Erste Hilfe-Maßnahmen. Hierbei sollte zunächst überprüft werden, ob eine Atmung vorhanden ist, was für einen intakten Kreislauf sprechen würde. Trifft dies nicht zu, muss sofort mit der Reanimation begonnen werden, die aus der Herzdruckmassage und Atemspende besteht. Die Kompressionen der Herzdruckmassage müssen 30 Mal und die anschließende Beatmung zwei Mal durchgeführt werden. Diese Vorgänge müssen im Wechsel so lange durchgeführt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Zusätzlich sollte man darauf achten, den behandlungsfreien Intervall zu kurz wie möglich zu halten.

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