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Lebensmittel und Medikamente: Riskante Wechselwirkungen möglich

Kaffee vermindert Wirkung von Schilddrüsen-Hormonen
Kaffee vermindert Wirkung von Schilddrüsen-Hormonen Medikamente und Lebensmittel 00:00:25
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Grapefruit & Brokkoli haben Wechselwirkungen mit Medikamenten

Frisches Obst und Gemüse sind kleine tickende Zeitbomben, wenn sie mit dem falschen Medikament zusammen eingenommen werden. Dann können die Mittelchen in unserer Hausapotheke durch Wechselwirkungen sehr gefährlich werden.

Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln
Heikle Kombination: Medikamente und Lebensmittel © picture-alliance / Denkou Images

Ein Glas Grapefruitsaft als kleine Vitaminbombe gegen unerwünschte Viren sollte mit Vorsicht genossen werden, denn in Kombination mit einer Kopfschmerztablette kann der Saft eine fatale Wirkung haben! Inhaltsstoffe der Zitrusfrucht beeinflussen die Wirkung des Medikamentes und es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen. In Kombination mit einem Schlafmittel vernebelt das gelbe Früchtchen sogar das Bewusstsein. Grapefruitsaft steigert die Auswirkungen von manchen Medikamenten um bis zu 70 Prozent. Nicht alle Beipackzettel warnen jedoch vor dieser riskanten Eigenschaft.

Schilddrüsen-Patienten müssen mit Kaffee, Tee und Säften vorsichtig umgehen. Denn sie verzögern die Wirkung der verschriebenen Hormone. Es kommen zudem geringere Mengen des Hormons im Blut an. Auf der sicheren Seite sind Betroffene mit Wasser. Kaffee oder Tee sind erst eine halbe Stunde nach der Medikamenten-Einnahme wieder erlaubt. Fragen Sie im Zweifel Ihren Hausarzt nach möglichen Wechselwirkungen.

Orangensaft gilt unter Experten als unbedenklich, ebenso wie Apfelsaft. Zwei problematische Ausnahmen gibt es allerdings unter den Orangen: Die Bitterorange und die Seville-Orange können ähnliche Bitterstoffe wie die Grapefruit enthalten. Teilweise stecken diese Sorten in Orangenmarmeladen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten: Tabletten verlieren Wirkung

"Hände weg!" heißt es für chronisch Kranke übrigens oft auch bei Brokkoli. Das eigentlich gesunde Gemüse kann Herzinfarktpatienten, die täglich Blutverdünner nehmen, sogar in Lebensgefahr bringen: Denn das darin enthaltene Vitamin K hebt die Wirkung des blutverdünnenden Medikamentes auf.

Auch ein so gängiges Mittel wie Paracetamol, das gegen Gliederschmerzen und Erkältungen eingenommen wird, kann in der Kombination mit dem falschen Lebensmittel unwirksam sein. Nimmt man die Schmerztablette gemeinsam mit dem Frühstücksbrötchen oder Müsli ein, wird die Aufnahme des schmerzlindernden Stoffes durch zu viele Ballaststoffe verhindert und die Tablette ist wirkungslos.

Es gibt noch ganz andere überraschende Wechselwirkungen: Johanniskraut, eingenommen gegen Stimmungstiefs, kann für Überraschungsnachwuchs sorgen. Denn das pflanzliche Heilmittel setzt die Wirkung der Pille aus.

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