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Lebenserwartung: Raucher sterben früher

Lebenserwartung: Raucher sterben früher
© dpa, A3919 Lukas Barth

45 Prozent der stark rauchenden Männer sterben früher

Wer kräftig qualmt, muss damit rechnen, früher Besuch vom Sensemann zu bekommen. Oder anders ausgedrückt: Nichtraucher leben länger. Das hat eine Langzeitstudie mit etwa 54 000 Männern und Frauen in Norwegen bestätigt, die auf der Jahrestagung der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) in Stockholm vorgestellt wurde.

Eine Gruppe norwegischer Forscher hat 1974 die Beobachtungsstudie gestartet, bei der die gesundheitliche Entwicklung von 54.075 Menschen im Alter von 35 bis 49 Jahre über drei Jahrzehnte erfasst und dokumentiert worden ist. Die dramatische Erkenntnis: Während des Studienzeitraums von 30 Jahren starben 45 Prozent der stark rauchenden Männer, aber nur 18 Prozent der Nichtraucher.

Bei den Frauen fiel die Bilanz ähnlich aus: 33 Prozent der starken Raucherinnen starben, aber nur 13 Prozent der Nichtraucherinnen. "Diese Ergebnisse zeigen, welche enormen Auswirkungen Rauchen auf die Sterblichkeit hat", betonte Prof. Haakon Meyer von der Universität Oslo und der norwegischen Gesundheitsbehörde.

Die Studie bestätigte auch, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rauchern die Todesursache Nummer 1 sind. Zwei Drittel der männlichen und die Hälfte der weiblichen Vielraucher entwickelten eine kardiovaskuläre Erkrankung oder starben daran. Bei den Männern war starker Nikotinkonsum im Vergleich zum Nichtrauchen mit einer Verdoppelung der Herzinfarktrate verbunden, bei den Frauen nahezu mit einer Verdreifachung. Starkes Rauchen ging auch eng mit der Entwicklung von Diabetes-Erkrankungen und Schlaganfällen einher.

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