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Lebenserwartung hängt vom Wohnort ab

Diesen Einfluss hat Ihr Wohnort auf Ihre Lebenserwartung
Diesen Einfluss hat Ihr Wohnort auf Ihre Lebenserwartung Reicher Wohnort = hohes Alter? 00:02:31
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Pirmasens: Niedrige Lebenserwartung trotz idyllischer Umgebung

Wie lange man lebt, scheint auch abhängig vom Wohnort zu sein. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. So ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen in Pirmasens am niedrigsten. Dort werden Frauen im Schnitt nur 77 Jahre alt. Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald haben Frauen die höchste Lebenserwartung und werden 85 Jahre alt. Damit werden Frauen deutlich älter als Männer, die in Pirmasens durchschnittlich nur 73 Jahre alt werden und in Starnberg mit 81 Jahren am längsten leben. Wie kann es sein, dass Pirmasens so eine niedrige Lebenserwartung trotz ländlicher Idylle vorzuweisen hat?

Lebenserwartung hängt vom Wohnort ab
Guter Wohnort = langes Leben? © dpa, Britta Pedersen

Lebenserwartung: Arme sterben früher

Die sozioökonomischen Bedingungen sind schuld: Pirmasens ist eine Stadt, die große Strukturprobleme hat und stark verschuldet ist. Eine ähnlich geringe Lebenserwartung weisen auch ärmere Regionen in Ostdeutschland, im Ruhrgebiet und auch in Teilen des Saarlands und in Franken auf. Im Gegensatz dazu sind Starnberg und der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald deutlich reichere Regionen. Auch innerhalb einzelner Regionen gibt es deshalb starke Unterschiede. In Münster liegt die durchschnittliche Lebenserwartung etwa einige Jahre über dem Wert der Nachbarstadt Gelsenkirchen.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass die Lebenserwartung in Zusammenhang mit dem Einkommen steht. Besserverdienende Frauen werden bis zu 8,4 Jahre älter als Frauen aus dem Niedriglohnsektor. Bei den Männern liegt der Altersunterschied sogar bei fast 11 Jahren. Das Robert-Koch-Institut sieht auch einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und Krankheit. Sozial Schwächere sind deutlich häufiger von schweren Erkrankungen betroffen, auch leiden sie häufiger an psychischen Krankheiten. Dies könnte die Folge von meist schlecht bezahlter und gesundheitlich belastender körperlicher Arbeit sein, die oft auch unter erschwerten Rahmenbedingungen stattfindet, zum Beispiel unter Lärm und Luftverschmutzung. Ein niedriges Einkommen führt oft zu schlechterer Ernährung. Auch wenig Bewegung und Rauchen sind Faktoren, die laut der Bundesregierung in ärmeren Gegenden häufiger vorkommen und sich stark auf die Gesundheit der Menschen dort auswirken.

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