Leben mit Spenderherz: In Chantals Brust schlägt ein fremdes Herz

Chantal lebt nur dank eines gespendeten Herzens

Am 7. Juni ist der Tag der Organspende. Aktuell warten 11.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Die Chancen, eines der lebensrettenden oder -verlängernden Spenderorgane zu bekommen, sinken jedoch weiter. Die 21-jährige Chantal Bausch hatte großes Glück: Sie bekam ein Spenderherz, das nun in ihrer Brust schlägt.

Ob beim Hockey, Joggen oder Tennis: Chantal Bausch kann heute wieder ohne Angst das tun, was sie am liebsten macht: Sport. Die 21-Jährige ist topfit. Das ist sie allerdings nur, weil in ihrer Brust nicht ihr eigenes Herz schlägt, sondern das eines Fremden. "Drei Mal die Woche treffe ich mich mit meinem Trainer und zwei Mal zusätzlich spiele ich noch Doppel mit Freunden oder, je nach dem, mit Leuten aus dem Club", erzählt Chantal strahlend. Hinter ihr liegt eine schwere Zeit.

Mit zwölf Jahren erkrankt Chantal an einer schweren Herzmuskelentzündung. Sie braucht dringend ein neues Herz. Es folgt eine Zeit des Hoffens und Bangens. Doch sie hat Glück - nach nur vier Monaten bekommt sie ein Spenderherz.

11.000 Menschen in Deutschland warten aktuell auf ein Spenderorgan. Viele von ihnen jahrelang - jeder Vierte vergebens. Denn immer weniger Menschen sind bereit, ihre Organe im Todesfall zu spenden. Im Jahr 2013 ist die Zahl der Organspenden auf einen absoluten Tiefstand gesunken. Gerade einmal 28 Prozent der Deutschen besitzen aktuell einen Organspendeausweis – das ist nicht einmal jeder dritte. Eine Mitschuld daran hat wohl auch der Organspendeskandal.

Dr. Axel Rahmel von der 'Deutsche Stiftung Organtransplantation' sieht folgende Gründe für die geringe Spendebereitschaft: "Zum einen haben die Leute Angst davor, zu schnell für Tod erklärt zu werden. Kein Arzt wird einen Mensch primär nach einem Organspendeausweis durchsuchen. Es wir alles getan, um das Leben zu retten." Den zweiten Grund sieht Rahmel darin, dass sich die Menschen ungern mit dem Thema Tod auseinandersetzten.

Chantal jedenfalls ist dankbar für ihre zweite Chance und will dazu beitragen, dass auch andere sie bekommen. Deshalb möchte sie mit ihrer Geschichte wachrütteln, weil sie weiß: Das Spenderherz ist das größte Geschenk ihres Lebens.

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