Existenzgründung - so lief's bei mir
Endlich frei!
Manchmal braucht man einen kleinen Schubs, um den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Und selbst, wenn man ab und zu stolpert – irgendwann erreicht man glücklich das Ziel.
Von einer, die sich getraut hat
Man kann das Größenwahn nennen, aber Angst, dass ich das mit Selbstständigkeit nicht packe, hatte ich nie. Ich habe es nur nie gewagt, weil ich zu bequem war. Schließlich hatte ich einen gut bezahlten Job bei einem großen Hamburger Verlag. Nach der Geburt meines ersten Kindes konnte ich ohne Probleme in Teilzeit zurückkehren – und das sogar zu äußerst passablen Zeiten – und in meine Rentenkasse musste ich auch nicht allein einzahlen. Bezahlten Urlaub gab es sowieso und Weihnachtsgeld noch obendrauf. Das Ganze war das perfekte Arbeitsverhältnis. Und es war – eine Falle.
Raus aus der Falle, rein in die Freiheit
Die schnappte zu, als das Magazin für das ich schrieb, sich von Monat zu Monat schlechter verkaufte, bis es irgendwann niemand mehr lesen wollte. Aus die Maus, die Redaktion dicht, der Job weg. Ich stand vor der Wahl: Bemühe ich mich um eine feste Stelle, oder versuche ich mich als Freiberuflerin durchzuschlagen. Die Entscheidung fiel schnell und auf dem letzten Gang zur Kantine. Für meinen Geschmack hatte ich hier zu oft um Punkt Zwölf für Senfeier und Kartoffelpüree angestanden. Die Zeit war reif, meine beruflichen Träume, die sich in all den Jahren irgendwo zwischen Zehn-Uhr-Konferenz und Reisekostenabrechnungen versteckt hielten, hervorzuholen. Also rein in die neue Freiheit. Selbstständigkeit hier war ich!
Ab zum Amt
Das Herz rief zwar Ja, aber die Realität zog die Handbremse: Die Umsetzung meines Plans dauerte und dauerte und dauerte. Was nicht an mir, sondern an der Bürokratie lag. Irgendwann, spätestens nach drei Monaten, lernte ich auch den sechsten Gang zur Agentur für Arbeit als Meditationsübung zu sehen.

















