Kolumne von Carola Ferstl

Tipps zum Thema Job und Finanzen
Auch bei einem Minijob können Sie im Krankheitsfall eine Lohnfortzahlung verlangen.
Bildquelle: Fotolia Deutschland

Minijob: Wer zahlt bei Krankheit das Gehalt?

Haben Sie einen Minijob? Bestimmt scheuen Sie sich, bei Krankheit auch wirklich daheimzubleiben. Oder die versäumte Arbeit nicht wenigstens später nachzuholen. Gerade bei Jobs im Privathaushalt ist das gang und gäbe. Doch besagt die Rechtslage etwas anderes: Sie müssen nichts nachholen und haben auch als Minijobberin trotzdem Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Warum dies auch für private Arbeitgeber nicht unzumutbar ist, lesen Sie in meiner heutigen Kolumne.  

Wer krank ist, so steht es im Gesetz, hat gegenüber seinem Arbeitgeber sechs Wochen lang einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Neuerdings heißt dies "Entgeltfortzahlung" und steht entsprechend im Entgeltfortzahlungsgesetz (EntFG § 3). Aber gilt das auch für Minijobber(innen)? Die Lage ist eindeutig: Teilzeitkräfte und Minijobber(innen) dürfen gegenüber regulären Beschäftigten nicht schlechter gestellt sein, hat das Bundesarbeitsgericht in mehreren Urteilen entschieden.  

Soweit zur Theorie. Kommen wir zur Praxis. Keine Probleme macht in der Regel ein Arbeitgeber, wenn es sich dabei um ein Unternehmen handelt. Die Personalabteilung weiß um die gesetzlichen Regelungen und wird Ihnen bis zu sechs Wochen lang automatisch Ihr Entgelt weiter überweisen (wenn Sie länger krank sind, übernimmt danach die Krankenkasse die Fortzahlung).

Ein Teil des Gehalts übernimmt die Minijob-Zentrale

Viele Minijobs spielen sich aber in Privathaushalten ab. Ob Putzhilfe, Kinderbetreuung, Gartenpflege oder Wasch- und Bügelarbeiten: Minijobber(innen) trauen sich oft nicht, krank zuhause zu bleiben, ohne dem Arbeitgeber nicht wenigstens zu versprechen, die versäumte Arbeit später nachzuholen. Rechtlich gilt aber für Privathaushalte nichts anderes: Sie dürfen von Ihrem Arbeitgeber eine Fortzahlung Ihres Lohnes verlangen.  

Falls Sie jetzt moralische Bedenken haben, kann ich Sie beruhigen: Wenn Sie als Minijobberin bei der Knappschaft Bahn-See (der Minijob-Zentrale) angemeldet sind, dann wird die Lohnfortzahlung nicht übermäßig teuer für Ihren privaten Arbeitgeber. Denn 80 Prozent der Kosten kann er sich wieder holen. Dafür genügt ein einfacher Antrag, der auf der Seite der Minijob-Zentrale heruntergeladen werden kann.  

So finden Sie das Antragsformular: Gehen Sie auf www.minijob-zentrale.de. Klicken Sie auf rechts auf "Download-Center", dann auf "Formulare und Anträge", dann auf Erstattungsantrag bei Arbeitsunfähigkeit. Der Arbeitgeber braucht übrigens keinen Nachweis für die Krankheit einzureichen. Es ist also seine Sache, ob er auf einer förmlichen, vom Arzt attestierten Krankmeldung besteht oder ob er Ihnen auch ohne Nachweis glaubt, dass Sie krank sind. Geld von der Minijob-Zentrale gibt’s auf jeden Fall.

Informieren Sie Ihren Minijob-Arbeitgeber darüber

Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Sie haben einen Minijob als Hilfe in einem Privathaushalt und verdienen pro Woche damit 20 Euro. Dann müssen Sie aufgrund eines grippalen Infekts zwei Wochen der Arbeit fernbleiben. Der private Arbeitgeber muss Ihnen Ihren Lohn in ungeminderter Höhe weiterzahlen - also 40 Euro für die zwei Wochen, in denen Sie krank sind. Wenn er allerdings den Erstattungsantrag bei der Minijob-Zentrale stellt, bekommt er 32 Euro zurück. Ganze 8 Euro kostet ihn also Ihr krankheitsbedingter Ausfall. Das kann auch ein Privathaushalt gut verschmerzen.  

Falls Ihr privater Arbeitgeber also noch nichts von dieser Regelung weiß, machen Sie ihn darauf aufmerksam. Davon profitieren Sie beide - Sie dadurch, dass Sie Ihr gutes Recht bekommen und der Arbeitgeber dadurch, dass er rechtlich und moralisch einwandfrei agiert und kaum einen finanziellen Schaden davonträgt.

Carola Ferstl
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