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Lärmbelästigung: Gegen Ruhestörung hilft das

Lärmbelästigung kann krank machen
© obs, Zapf Tk Techniker Krankenkasse

Wenn Umgebungslärm zum Gesundheitsrisiko wird

Quietschende Autos, brummende Lastwagen, dröhnende Motorräder. Dazu noch Baustellen, Krach aus der Nachbarwohnung und das Gedudel von Handys: Lärm geht den meisten Menschen auf die Nerven und kann sogar krank machen. Nach der Luftverschmutzung ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Umgebungslärm das zweitgrößte Gesundheitsrisiko in Europa.

Schwerwiegende Folgen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und Stress. Laut dem Umweltbundesamt verursacht chronischer Straßenlärm rund 4.000 Herzinfarkte jährlich. Damit ist der Umgebungslärm eine ernste Bedrohung für die öffentliche Gesundheit, stellte das Landesumweltministerium in Nordrhein-Westfalen fest.

Auf Lärmkarten kann jeder sehen, wie stark die Lärmbeeinträchtigung vor der eigenen Haustür ist. Die Lärmkarten wurden per EU-Richtlinie eingeführt und werden kontinuierlich ausgebaut. Die in den Karten eingetragenen Geräuschbelastungen sind nicht gemessen, sondern aufgrund von gesammelten Daten errechnet worden. Damit kann die Geräuschbelastung relativ genau berechnet werden.

Grundsätzlich kann dieselbe Geräuschsituation zu verschiedenen Reaktionen bei den Betroffenen führen. Während der eine sich gestört fühlt, scheint es andere überhaupt nicht zu stören. Auch spielen Faktoren häufig eine Rolle, die mit der messbaren Lautstärke nichts zu tun haben. Sofortmaßnahmen wie Ohrstöpsel haben auch nicht immer die gewünschte Wirkung. Oft klagen Betroffene über lästige Wärme und deutlich wahrnehmbare Körpergeräusche.

Ist eine störende Lärmquelle ausgemacht, gilt es diese wenn möglich einzudämmen. Zunächst sollte man sich an den Verursacher wenden. Der Fernseher ist schnell leiser gestellt und bei kleinen Baustellen oder Bauarbeiten kann ruhig nachgehakt werden, ob während der Ruhezeiten unbedingt Lärm erzeugt werden muss.

Was Sie gegen Lärm tun können

Bleibt es weiter laut, sollte man sich unbedingt an die zuständige Behörde wenden. Das behördliche Eingreifen ist oftmals die einzige Möglichkeit, eine Lärmbelästigung zeitnah einzudämmen. Es bleibt zwar auch die Möglichkeit, sich an einen Anwalt zu wenden. Doch oftmals ist hier der Rechtsweg lang und kann auch viel Geld kosten. Eine Mietminderung wegen Lärmbelästigung kann auch nur den Druck auf den Vermieter erhöhen, gegen die Ruhestörung vorzugehen. Beseitigt ist der Lärm damit noch nicht.

Um Straßenlärm aus der Wohnung zu verbannen, empfiehlt das Landesumweltamt NRW Wärmeschutz und Schallisolierung zu verbinden. Das ist oftmals ein wirksamer Weg, lästigen Straßenlärm zumindest aus den eigenen vier Wänden zu verbannen.

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