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Lachen liegt in den Genen: Darum schauen manche Menschen oft grimmig

Lachen liegt in den Genen: Darum schauen manche Menschen oft grimmig
© pio3 - Fotolia

Heute schon gelacht? Warum Lachen in den Genen liegt

Kennen Sie das, wenn in einer gemütlichen Runde einfach niemand über Ihre Witze lacht? Dafür brauchen Sie sich in Zukunft nicht mehr beschämt zu räuspern - es liegt vielleicht einfach an Ihrem Gegenüber. Wissenschaftler der ‘American Psychologial Assosiation‘ haben eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang von Serotonin im Körper und Lachen beschäftigt. Das Ergebnis: Ob man viel lacht oder nicht, ist eine Sache der Gene und nicht der Laune!

Für die Studie wurden an 336 Versuchspersonen drei Experimente durchgeführt, die die Fähigkeit zu lachen untersuchten. In den ersten beiden wurden Film- und Cartoon-Szenen gezeigt, im dritten sollten Paare über ein strittiges Thema diskutieren. Die Ergebnisse der Studie: Es ist Veranlagung, ob und wann Menschen lachen! Die Untersuchung ergab, dass das Serotonin-Transporter-Gen dafür verantwortlich ist. Das sogenannte 5-HTTLPR-Gen bestimmt, ob ein Mensch viel oder wenig lacht, eher optimistisch oder pessimistisch eingestellt ist und ob er dazu neigt, an einer Depression zu erkranken. Zudem ließen sich Zusammenhänge zwischen dem Gen und der Intensität des Gefühlslebens der Probanden nachweisen.

Auch ältere Studien aus Großbritannien haben bewiesen, dass das „Lach-Gen“ bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist, das liegt vor allem an seiner physischen Beschaffenheit: Die sogenannten Allele des Gens können entweder aus kurzen oder langen Ketten bestehen. Ein Mensch kann entweder zwei kurze, zwei lange oder ein kurzes und ein langes Allel besitzen, wobei je ein Allel von Mutter und Vater vererbt wird.

Gen-Forscher haben herausgefunden, dass Probanden mit zwei kurzen Gen-Ketten empfindlicher auf Stress reagieren, als die mit langen. Das bedeutet gleichzeitig, dass positive wie negative Emotionen in ihrer Stärke sehr ausgeprägt sind. Das bedeutet: Diese Menschen sind nicht nur fröhlicher und lachen über alles, sie sind gleichzeitig auch doppelt so anfällig für Depressionen. Menschen mit einem kurzen und einem langen Gen-Glied wiesen keine Ausfälligkeiten auf, wohingegen die Menschen mit langen Allelen zu einem sehr flachen emotionales Seelenleben neigen, also weniger lachen und sich bevorzugt mit den negativen Seiten des Lebens beschäftigen.

Lachen ist ansteckend

Kritiker der Gen-Forschung warnen allerdings davor, den Genen zu viel Gewichtung zukommen zu lassen. Sie weisen darauf hin, dass auch Erziehung, kulturelle Unterschiede, Erlebnisse und gesellschaftliche Normen eine große Rolle bei der Entwicklung des Charakters spielen. Wenn Sie also in Zukunft muffeligen Menschen begegnen, suchen Sie die Schuld nicht bei der genetischen Veranlagung. Gehen Sie ruhig auf Menschen zu und lächeln Sie mal wieder. Jeder weiß: Lachen ist ansteckend. Egal, was die Gene dazu 'sagen'.

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