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Künstliche Befruchtung: Mutter spendet Embryos an Facebook-User

Mutter verschenkt Nachwuchs via Facebook
Mutter Angel Watts hat heute vier gesunde Kinder. © Angel Fowler-Watts

Frau sucht über Facebook Adoptiveltern für ihre Embryos

Schon oft konnte Facebook ehemalige Klassenkameraden, lange verschollene Verwandte oder Kollegen wieder vereinen. Doch wofür eine Mutter aus dem US-Bundesstaat Tennessee das soziale Netzwerk jetzt nutzte, ist neu: Sie suchte nach Eltern für ihren ungeborenen Nachwuchs. Dafür bekam die Mutter viel Lob und Zuspruch.

Alles begann im Dezember 2014, als Angel Watts aus Mount Juliet auf Facebook postete, dass sie Paare zur Adoption ihrer sechs eingefrorenen Embryonen suche. Jahrelang wünschten die Amerikanerin und ihr Ehemann sich nichts sehnlicher, als ein eigenes Kind zu bekommen. Schließlich entschied sich das Ehepaar für eine künstliche Befruchtung. Mit Erfolg! Der Eingriff im Reagenzglas klappte bei den beiden sogar so gut, dass zu viele befruchtete Eizellen entstanden.

Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches: Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass es mit dem Nachwuchs klappt, werden bei der künstlichen Befruchtung stets mehrere Eizellen befruchtet. In den USA ist es dann üblich, dass die Embryonen, die nicht ausgetragen werden, entsorgt werden. Doch diesen Gedanken konnte das Ehepaar nach all den Jahren mit unerfülltem Kinderwunsch nicht ertragen. Deswegen entschieden sich die beiden bewusst zu dem Schritt, nach anderen Paaren zu suchen, die sich Kinder wünschen, aber nicht bekommen können.

"Es mag verrückt wirken, über diesen Weg eine neue Familie für meine Embryos zu finden", schreibt Angel Watts auf Facebook. "Doch unfruchtbare Paare mit Kinderwunsch laufen nicht mit einem großen Schild herum oder gehen mit ihrer Unfruchtbarkeit hausieren."

Ein toller und ehrlicher Umgang mit dem Thema künstliche Befruchtung. Die einzige Voraussetzung für die Adoption der Embryonen: Die Eltern in Spe sollen in der Nähe der Watts leben, damit der Nachwuchs sich kennenlernen kann. Denn eines Tages sollen die Geschwister zusammen spielen können.

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