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Künstliche Befruchtung: Diese Krankenkassen zahlen alles

Finanztest: Kinderkriegen mit der Kasse
© dpa, Ralf Hirschberger

Kassenwechsel kann ein paar tausend Euro bringen

Gemeinsam ein Kind zu bekommen, eine Familie zu gründen – das ist für viele Paare das größte Glück. Aber nicht jedes Paar kann sich auf natürlichem Weg diesen Wunsch erfüllen. Immerhin jedes siebte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos, schätzt der AOK-Bundesverband. Was bleibt, ist die künstliche Befruchtung. Doch die bringt nicht nur eine psychische Belastung mit sich, es entstehen auch hohe Kosten. Die Zeitschrift Finanztest hat überprüft, in welcher Höhe gesetzliche Kassen die Kosten übernehmen. Und der Vergleich lohnt sich: Einige Kassen zahlen tausende Euro mehr.

Grundsätzlich haben Ehepaare einen Anspruch darauf, dass die Krankenkasse die Hälfte der Behandlungskosten für eine künstliche Befruchtung übernimmt. Gezahlt werden muss für eine vorgegebene Zahl von verschiedenen Behandlungen. Laut Finanztest zählen dazu: bis zu acht Versuche der Insemination im Spontanzyklus, bis zu drei Versuche der Insemination nach hormoneller Stimulation, bis zu drei Versuche der In-vitro-Fertilisation (IVF), bis zu drei Versuche der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) und bis zu zwei Versuche des intratubaren Gameten-Transfers.

Aber die Kassen übernehmen die Kosten nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, insbesondere gibt es Altersgrenzen. Männer dürfen höchstens 49 Jahre alt sein. Frauen müssen mindestens 25 Jahre und dürfen höchstens 39 Jahre alt sein. In Deutschland dürfen nur Ei- und Samenzellen der Eheleute verwendet werden. Der Behandlungsplan muss vorher von der Krankenkasse genehmigt werden.

Leistungen zu vergleichen, lohnt sich

Die Zeitschrift Finanztest hat 84 gesetzliche Krankenkassen im Hinblick auf die künstliche Befruchtung genauer unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass 32 Krankenkassen mehr als vorgeschrieben bezahlen. Erfreulich für Paare: Vier Kassen bezahlen die genehmigten Kosten komplett: Die Bergische KK, die IKK classic, die IKK Gesund Plus und die Knappschaft zahlen auch die restlichen 50 und damit insgesamt 100 Prozent. Die IKK Gesund Plus und die Knappschaft bezahlen allerdings nur dann alles, wenn beide Ehepartner bei ihnen versichert sind.

Einige Kassen übernehmen zwar nicht die gesamten Kosten, sind aber bei den gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenzen etwas flexibler. So darf bei der BKK VBU die Frau auch jünger als 25 Jahre alt sein. Die AOK Baden-Württemberg, die AOK Nordwest und die BKK Akzo zahlen für eine künstliche Befruchtung, wenn die Frau älter als 39 Jahre alt ist.

Wer seine Krankenkasse nicht wechseln möchte, kann auch vom Staat einen Zuschuss erhalten. So können Versicherte, die in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Thüringen wohnen, einen Zuschuss beantragen. In Sachsen-Anhalt erhalten auch unverheiratete Paare die Förderung. Es lohnt sich auf jeden Fall, vor einer künstlichen Befruchtung die Extraleistungen zu vergleichen.

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