Küken-Schreddern stoppen - aber warum erst 2017?

Ein Kommentar von Janina Beck

Am Pranger steht es schon lange, das sogenannte 'Sexen' von frisch geschlüpften Küken in Deutschlands großen Mastbetrieben. Wer bereits ahnt, dass 'Sexen' etwas mit der Diskriminierung eines bestimmten Geschlechts zu tun hat, liegt ganz richtig. Diesmal trifft es die männlichen 'Kollegen', denen großes Unrecht angetan wird.

40 Millionen Küken sterben jährlich beim Kükenschreddern
Kükenschreddern in Mastbetrieben wird es noch bis 2017 geben. © dpa, Peter Endig

Von Janina Beck

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) möchte nun das grausame Massenmorden von Küken stoppen. Allerdings nicht sofort, sondern erst in zwei Jahren. In Anbetracht der Zahl von 40 Millionen getöteten Küken jährlich ist das allerdings unfassbar.

Für die Geflügelindustrie sind die männlichen Tiere nutzlos, da sie weder Eier legen noch so viel Brustfleisch wie die Weibchen haben. Deshalb werden sie kurz nach dem Schlüpfen durch Schreddern oder Vergasen getötet. Eigentlich wollte der Minister gegen dieses sinnlose Morden etwas unternehmen, anscheinend hat er aber vorerst kein Problem damit, sich selbst in die Riege der Geflügelfarmbetreiber einzureihen. Denn: Erst bis 2017 will Schmidt die Brütereien mit den technischen Geräten zur Früherkennung des Geschlechts der Küken ausstatten. Bis 2017? Komisch, obwohl die Technik doch bereits jetzt schon so weit wäre - Herr Schmidt ist es anscheinend nicht.

110.000 Küken landen täglich im Schredder

Es ist zwar lobenswert, dass der Agrarminister wenigstens Ansätze zur Beendigung des Massentötens hervorbringt, doch kann man nicht auch als Politiker einmal das Leben von Mensch oder Tier über die deutsche Bürokratie stellen? Zwei Jahre lang sollen nun weiterhin knapp 110.000 Küken täglich(!!) in den Schredder gegeben werden. Eine viel zu hohe Zahl, die leicht vermieden werden könnte. Doch leider ist es wie so oft mit der deutschen Politik: Die Pläne sind gut, nur die Umsetzung ist nicht gerade das Gelbe vom Ei.

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