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Kritik an Werbung mit Lebensmitteln "vom Land"

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Werbung für Lebensmittel kritisiert, die irreführend als Produkte "vom Land" angepriesen werden. "Mit Bildern von ländlicher Idylle drehen die Hersteller den Verbrauchern schnöde Industrieprodukte als ursprüngliche, naturbelassene Lebensmittel an", teilte Foodwatch mit. Moniert werden unter anderem Formulierungen wie "Landrahm", "Land-Nudeln" oder "Land-Gurken". Foodwatch forderte die Änderung von Leitlinien, wonach zum Beispiel auf Tee-Packungen Früchte abgebildet werden dürfen, die das Produkt gar nicht enthält.

Auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte kürzlich verwirrende Darstellungen in der Werbung für Lebensmittel kritisiert. "Wer mit trügerischen Werbebildern eine Landwirtschaft suggeriert, die es seit 50 Jahren nicht mehr gibt, darf sich nicht wundern, wenn sich Verbraucher getäuscht fühlen."

Um mehr Klarheit bei der Werbung für regionale Lebensmittel zu schaffen, will Aigner mit den Ländern ein neues Zusatz-Kennzeichen entwickeln. In einem 'Regionalfenster', das Hersteller freiwillig auf die Packungen drucken können, soll der Regionalbezug konkret erläutert werden. So könne für jede Zutat angegeben werden, zu wieviel Prozent sie aus welcher Region stammt. Aigner hatte das Konzept bereits am vergangenen Montag erstmals am Rande der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin vorgestellt.

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