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Kreuzallergie Birke: Fiese Zusatzreaktionen dank Pollen

Kreuzallergie: Wenn aus einer viele Allergien werden

So schön der Frühling auch ist - für 20 Millionen Pollenallergiker in Deutschland heißt das: die Zeit der juckenden Augen und triefenden Nasen hat begonnen. Birke, Hasel oder Gräser sind oft nur das halbe Problem: Die meisten Allergiker leiden zusätzlich auch noch an sogenannten Kreuzallergien und reagieren zum Beispiel auch auf Äpfel, Beifuß, Gräser oder Nüsse.

Die meisten Allergiker leiden zusätzlich auch an Kreuzallergien.
Beim Prick-Test werden allergene Substanzen auf die Haut gebracht. An der Reaktion lässt sich erkennen, auf welche Allergene Patienten wie stark reagieren. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Frank May

Es geht wieder los. Wenn die 21-jährige Asja draußen mit dem Rad unterwegs ist, jucken die Augen und verstopft die Nase. Vor allem in der Nähe von Birken. Doch die Studentin ist nicht nur gegen Birkenpollen allergisch. Sie hat eine Kreuzallergie gegen Soja!

Grund für diese doppelten Allergien gegen Lebensmittel und Pollen sind eigentlich harmlose Eiweißstoffe. Und bei denen spielen bei manchen Menschen die Antikörper einfach verrückt. Prof. Hans Merk, Universitätsklinikum Aachen: "So kann es sein, dass ein Antikörper, der ja die Grundlage der Allergie ist mit einem bestimmten Eiweiß aus der Polle reagiert, dann eben auch reagiert mit dem Eiweiß im Steinobst und ähnlichem."

Am häufigsten sind Kreuzallergien bei Birkenpollen. Fast jeder zweite, der auf Birke allergisch reagiert, hat oft auch mit Äpfeln, Pfirsichen, Karotten, Haselnüssen oder Kiwis Probleme. Bei Beifußpollenallergikern können Möhren, Sellerie, Fenchel und viele Kräuter wie etwa Basilikum Allergiesymptome auslösen. Menschen mit einer Allergie gegen Latex reagieren oft auch auf Avocados, Bananen, Paprika, Kiwi oder rohe Tomaten. "Gerade diese Kreuzreaktion ist sehr gefährlich, weil bei Allergien gegenüber Bananen sehr starke Reaktionen bis hin zum Schock auftreten können", weiß Prof. Merk.

Hat man beim Essen ähnliche Beschwerden wie sie bei Allergien typisch sind, sollte man sich testen lassen. So lassen sich Kreuzallergien zweifelsfrei diagnostizeren. Medikamente lindern die Beschwerden, eine Hyposensibilisierung gegen Kreuzallergien gibt es bislang nicht.

Asja versucht bei der Zubereitung ihres Essens, die allergieauslösenden Nahrungsmittel zu vermeiden. Kochen heißt bei ihr so immer auch Zutatenlisten studieren und manche Dinge einfach wegzulassen. Nicht immer leicht, gerade bei Fertiggerichten oder im Restaurant. Fazit: Menschen mit Kreuzallergien sind eben doppelt gestraft - einmal beim Essen und eben auch beim Leben im Freien.

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