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Krebsvorsorge: Viele Männer kneifen

Krebsvorsorge Männer: ein Tabu-Thema?

Krebsvorsorge ist auch für Männer wichtig

Noch immer ist das Thema 'Vorsorge' für viele Männer ein Tabu. Das Angebot der gesetzlichen Krebsfrüherkennung vom 45. Lebensjahr an nutzen gerade einmal 20 Prozent der männlichen Deutschen. Dabei kann eine regelmäßige Vorsorge Leben retten.

"Gerade das 'starke Geschlecht' legt anscheinend mehr Wert auf ein Scheckheft-gepflegtes Auto als auf den eigenen Gesundheits-Check", so Peter Düker, Mediziner bei der TK. Und das, obwohl jährlich rund 48.000 Männer in Deutschland neu an Prostatakrebs erkranken. Vor allem ältere Männer ab dem 60. Lebensjahr sind betroffen. Beim Darmkrebs beispielsweise könnten 15.000 Todesfälle jährlich verhindert werden, wenn der Tumor früh genug erkannt wird.

Welche Vorsorgeuntersuchungen sollten wann vorgenommen werden?

Ab 35 Jahre

Alle zwei Jahre bezahlt die Krankenkasse ein Hautkrebs-Screening, bei dem die Haut beispielsweise auf auffällige Muttermale, Leberflecken oder ähnliches hin untersucht wird.

Ab 45 Jahre

Von diesem Zeitpunkt an wird eine jährliche Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung und Hautuntersuchung empfohlen. In der Anamnese sollten vorab Fragen nach Veränderungen oder Beschwerden geklärt werden. Bei der Untersuchung tastet der Urologe die Prostata auf Veränderungen hin ab. Da sich das Organ direkt vor dem Mastdarm befindet, erfolgt die Abtastung rektal. Auch die äußeren Geschlechtsorgane werden abgetastet. Außerdem werden die Lymphknoten des Körpers von außen abgetastet.

Zusätzlich zu diesen gesetzlichen Vorsorgemaßnahmen, die kostenlos durchgeführt werden, raten Experten nachdrücklich zu einem PSA-Test. Hierbei wird die Höhe des sogenannten Prostata-Spezifischen-Antigens bestimmt. Dieser Stoff kommt nur in der Prostata vor und wird im Falle von Krebs dort vermehrt produziert. Der PSA-Wert lässt sich im Blut messen. Ist er erhöht, kann dies auf Prostatakrebs hindeuten.

Ab 50 Jahre

Zur Darmkrebsfrüherkennung sollte vom 50. Lebensjahr an jährlich eine Dickdarm- und Rektumuntersuchung durchgeführt werden. Dafür wird der Enddarm abgetastet. Zudem wird eine Stuhl-Probe auf verborgenes Blut im Stuhl hin untersucht. Dieser Test wird bis zum 55. Lebensjahr jährlich durchgeführt.

Ab 55 Jahre

Alle zehn Jahre sollte eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt werden. Alternativ sollte der Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Übrigens: Eine Praxisgebühr fällt bei der Krebsvorsorge nicht an und viele Krankenkassen belohnen die Teilnahme zusätzlich mit Bonuspunkten.

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