Krebsvorsorge: Anti-Baby-Pille für Nonnen

Krebsvorsorge: Anti-Baby-Pille für Nonnen
Krebsvorsorge: Anti-Baby-Pille für Nonnen © picture-alliance/ ZB, Bernd Wüstneck

Nonnen haben höheres Krebsrisiko

Die Enthaltsamkeit, zu der sich Nonnen verschrieben haben, birgt Gesundheitsrisiken: Laut einer Studie australischer Wissenschaftler haben Nonnen ein höheres Risiko, an Eierstock- oder Gebärmutterkrebs zu erkranken, weil sie keine Anti-Baby-Pille nehmen. Die Krebsforscher verlangen daher, dass Ordensfrauen freien Zugang zur Pille bekommen, da sie durch deren Einnahme ihr Krebsrisiko um bis zu 60 Prozent senken könnten.

Den Wissenschaftlern zufolge wäre sowohl für Nonnen als auch für andere kinderlose Frauen die Gefahr größer, Eierstock- und Gebärmutterkrebs zu bekommen, weil sie in ihrem Leben mehr Menstruationszyklen haben. Dies macht sie anfälliger für Krebstumore in den Fortpflanzungsorganen. Nimmt eine Frau die Pille, unterdrückt das den Eisprung und dadurch kann das Tumorrisiko sinken. Andererseits bringt auch die Pille Nebenwirkungen mit sich, wie etwa ein erhöhtes Thrombose-Risiko.

Kirche erlaubt Anti-Baby-Pille für Nonnen

Aus Sicht der Kirche spreche nichts dagegen, wenn Nonnen hormonelle Verhütungsmittel aus medizinischen Gründen nähmen, erklärte die Australische Bischofskonferenz. Die Forscher befürchten dennoch, dass Nonnen von der Anwendung der Pille abgehalten werden könnten. Schließlich steht die katholische Kirche künstlicher Empfängnisverhütung bekannter Weise ablehnend gegenüber.

Verboten wäre die Einnahme der Pille aus Sicht der Kirche aber keineswegs, solange sie nicht zur Empfängnisverhütung dient. In der Enzyklika "Humanae vitae" von 1968 hatte Papst Paul VI eine künstliche Geburtenregelung zwar abgelehnt. Jedoch halte die Kirche "therapeutische Maßnahmen, die zur Heilung körperlicher Krankheiten notwendig sind, nicht für unerlaubt, auch wenn daraus aller Voraussicht nach eine Zeugungsverhinderung eintritt", heißt es in dem Dokument.

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