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Krebsfrüherkennung: Durch Krebsvorsorge Krebs vorbeugen

Krebsfrüherkennung ist eine gute Methode, um lange zu leben
© dpa, Rainer Jensen

Krebsfrüherkennung: Damit steigen Heilungschancen erheblich

In Deutschland erkranken pro Jahr 450.000 Menschen neu an Krebs, 200.000 sterben daran. Der Krebsfrüherkennung kommt deshalb besondere Bedeutung zu, denn sich ein Drittel der Krebserkrankungen ließe sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine gesunde Lebensweise vermeiden. Darauf machen Ärzte aufmerksam.

Nach Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, die etwa 40 Prozent aller Sterbefälle ausmachen, sind Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Über 200.000 Patienten werden jährlich Opfer ihrer Erkrankung - im Durchschnitt ist das jeder vierte Todesfall. Das durchschnittliche Sterbealter der an Krebs Erkrankten lag im Jahr 2009 bei 73,6 Jahren - und damit 6,7 Jahre unter dem allgemeinen Sterbealter.

Männer erkranken fast doppelt so häufig an Krebs wie Frauen. Dabei ist Prostatakrebs bei Männern die häufigste Krebsart. Im Jahr 2009 sind 12.217 Männer an Prostatakrebs gestorben, das sind 3 Prozent aller Sterbefälle. Bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Krebstodesursache. 17.066 Frauen sind 2009 an ihrer Brustkrebserkrankung gestorben, womit Brustkrebs für 3,8 Prozent der Todesfälle verantwortlich war. An zweiter und dritter Stelle liegen bei beiden Geschlechtern Darm- und Lungenkrebs. Dabei ist Lungenkrebs die Krebsart, die am häufigsten tödlich endet. Im Jahr 2009 starben 42.221 Menschen an Lungen- und Bronchialkrebs.

Krebs vorbeugen ist besser als ihn heilen zu müssen

Der Hauptgrund dafür, dass Krebs heute häufiger auftritt als früher, liegt in der gestiegenen Lebenserwartung und auch in besseren Diagnosemöglichkeiten. Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern. Wenn diese Veränderungen nicht mehr repariert werden, dann wird dadurch die Erbinformationen "verfälscht". Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem der Gene. Dies erklärt auch das mittlere Erkrankungsalter für Krebs von 69 Jahren.

Als Hauptrisikofaktoren für Krebs gelten Rauchen (30%), ungesunde Ernährungsgewohnheiten (30%), regelmäßiger Umgang mit gefährlichen Substanzen (6%) oder eine genetische Vorbelastung durch Krebsfälle in der Familie (5%). Aber auch Infektionen wie Hepatitis B und C oder Eppstein-Barr-Virus (5%), ein übermäßiger Alkoholkonsum (3%), eine hohe Sonnen- (3%) und Schadstoffbelastung (2%) können das Risiko für Krebs erhöhen. Daneben können auch noch Strahlung oder Medikamente eine Rolle spielen, die allerdings in der Regel sehr gering ist.

Laut Weltkrebsorganisation (UICC) könnten etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. So wären allein in Deutschland bei rund 450.000 Neuerkrankungen pro Jahr 180.000 davon vermeidbar. Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung, moderatem Alkoholkonsum, dem Verzicht auf Zigaretten und einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung gelten als beste Vorbeugung gegen Krebs.

"Wir müssen die Menschen zu mehr Verantwortung im eigenen Leben bewegen", mahnt Professor Dr. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Für einen Erwachsenen würden schon 30 Minuten Bewegung pro Tag ausreichen, um das Erkrankungsrisiko für viele Krebsarten zu senken. Für Kinder und Jugendliche empfehlen die Experten 60 Minuten Bewegung.

Wenn der Krebs früh genug erkannt und behandelt wird, ist in vielen Fällen eine Heilung möglich. Daher sind regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen ein Muss. Durch die Teilnahme an Früherkennungsprogrammen ließe sich die Todesfallrate durch Krebs um ein Drittel senken, erläutert Hohenberger. Für Deutschland würde das 70.000 Todesfälle weniger im Jahr bedeuten. "Und trotz dieses Wissens sind die Teilnahmeraten erschütternd. Gerade mal jede zweite Frau und jeder fünfte Mann nehmen die Chancen der Krebsfrüherkennung wahr", beklagt Hohenberger.

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