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Krebs statt Magersucht: Speiseröhrenkrebs zwei Jahre nicht entdeckt - ihr Arzt tippte auf Bulimie

Die 23-Jährige kann nur sehr kleine Mengen Essen zu sich nehmen, wiegt aber gesunde 54 kg.
Die Ärzte glaubten, Jemma sei zu jung für Speiseröhrenkrebs - ein großer Irrtum. © action press, Alistair Heap/ Daily Mail/Solo S

Jahrelang litt Emma wegen falscher Diagnose Qualen

"Anorexisch oder bulimisch": So bezeichnete der Hausarzt die damals 19-jährige Britin Jemma. Dabei übersah er völlig, dass ihr plötzlicher Gewichtsverlust von einer sehr ernsten Krankheit ausgelöst wurde. Erst zwei Jahre nach Beginn ihrer Symptome bekam Jemma die Diagnose Speiseröhrenkrebs - als es fast schon zu spät war.

Die unfassbare Geschichte der mittlerweile 23-jährigen Jemma Jones beginnt im Februar 2010. Zu diesem Zeitpunkt wiegt sie 82 kg bei einer Größe von 153 cm. Eines Morgens hat sie plötzlich Schmerzen beim Schlucken, geht zu ihrem Hausarzt. Der diagnostiziert bei ihr die Refluxkrankheit und verschreibt Medikamente.

Als sich die Situation nach einigen Tagen nicht verbessert, sucht sie wieder ihren Arzt auf. Dieser erklärt, sie könnte einen Barrett-Ösophagus haben, eine Komplikation der Refluxkrankheit, bei der sich die üblichen Zellen an der Speiseröhrenwand zu anderen Zellen verändern. Diese Zellen sind zwar widerstandsfähiger gegenüber Magensäure, tragen aber das Risiko einer Entartung zu Krebszellen in sich. Der Barrett-Ösophagus wird durch eine endoskopische Untersuchung festgestellt. Doch statt sie zu untersuchen, schickt er Jemma erneut nach Hause, berichtet die dailymail.

Die folgenden zwei Monate werden eine echte Qual für die junge Frau. Ihre Schmerzen werden immer schlimmer, sie verliert Gewicht und wiegt nach zweieinhalb Monaten nur noch 44 kg! Erneut geht sie zu ihrem Arzt. Doch statt Untersuchungen oder Verständnis erwartet sie ein unglaubliches Szenario: Der Hausarzt bezeichnet sie als "anorexisch oder bulimisch". Jemma bricht unter unter Tränen zusammen, fleht den Arzt an, er solle ihr glauben, dass sie ernsthaft krank sei. Doch der Arzt schickt sie bloß zu einer Gruppenberatung.

Hausarzt unterstellte ihr Bulimie

Fast zwei Jahre nach Beginn ihrer Symptome, wacht Jenna schließlich nachts nach Luft ringend auf. Ihre Mutter bringt sie sofort in die Notaufnahme. Dort machen Ärzte Blut-, Urin- und Herzuntersuchungen. Erst fünf Tage nach ihrer Einlieferung gibt es eine endoskopische Untersuchung – und plötzlich ändert sich der Ton gewaltig. Die Ärzte eröffnen Jemma, dass sie eine Krebsgeschwulst in ihrer Speiseröhre entdeckt haben. Die Diagnose kam so spät, weil diese Krebsart viermal häufiger bei Männern vorkommt und außerdem in deutlich höherem Alter. Nichtsdestotrotz hätte der Krebs viel früher erkannt werden müssen.

Im Mai 2012 hatte Jemma schließlich ihre Operation. Die Chirurgen entfernten den Tumor, 24 Lymphknoten, dreiviertel des Magens und die Hälfte der Speiseröhre. Heute, drei Jahre nach dem Eingriff, kann sie wegen ihres verkleinerten Magens nur kleine Mengen zu sich nehmen. Aber sie wiegt jetzt gesunde 54 kg.

Bei einer Überlebensrate von nur 13(!) Prozent hatte die junge Frau unglaubliches Glückzu überleben – trotz ihres Hausarztes.

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