GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Krebs-Mythen: Das sind die größten Irrtümer

Das sind die größten Krebs-Mythen
Es gibt doch einige absurde Mythen beim Thema Krebs: Ein zu enger BH verursacht beispielsweise natürlich keinen Krebs. © picture alliance / dpa Themendie, Monique Wüstenhagen

Gefährliches Halbwissen beim Thema Krebs

Schneiden Sie auch die angebrannten Stellen vom Toast oder der Bratwurst ab? Die sollen krebserregend sein, heißt es. Rotwein dagegen soll der tödlichen Krankheit vorbeugen. Stimmen diese Mythen über Krebs? Welche Krebs-Irrtümer und -Wahrheiten kursieren im Alltag?

14 Millionen Menschen sind 2012 weltweit neu an Krebs erkrankt. Experten erwarten, dass die Neuerkrankungen weiter stark zunehmen werden. Lungenkrebs ist die häufigste Art. Brustkrebs liegt, obwohl ihn fast nur Frauen bekommen, an zweiter Stelle. An dritter Stelle befindet sich Darmkrebs. Umso erstaunlicher ist, dass sich viele Menschen im Alltag so häufig mit Halbwissen zufrieden geben. So wird beispielsweise gesagt, dass das Laptop auf den Knien genauso Krebs erzeugt wie das Weiße an der Orange. Das stimmt alles nicht.

Risikofaktoren sind Übergewicht, übermäßiger Alkoholgenuss und natürlich das Rauchen. Gerade im Internet ranken aber so manche Krebs-Mythen, die sich ausräumen lassen.

Diese Krebs-Mythen sind Blödsinn

Krebs ist natürlich nicht ansteckend, Deos lösen keinen Krebs aus und Essen aus der Mikrowelle ist auch nicht krebserregend. Ein beliebtes Gerücht ist auch, dass zu enge Hosen oder BHs Krebs auslösen - das ist natürlich völliger Blödsinn.

"Menschen tun gut daran, das was sie im Internet finden, nicht ungefragt zu übernehmen und zu befolgen, sondern sich lieber an kompetenter Stelle beraten zu lassen", sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes.

Verkohltes Essen gilt allerdings zu Recht als krebserregend. Rotwein dagegen hilft weniger, als viele glauben. "Im Rotwein sind Stoffe gefunden worden, die das Wachstum von Krebszellen hemmen, allerdings ist das nicht ohne weiteres auf den Menschen, der Rotwein trinkt, übertragbar", so Weg-Remers.

Doch damit nicht genug, es gibt noch viele weitere Krebs-Irrtümer:

Elektrosmog steigert das Krebsrisiko enorm

Das ist falsch. Nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde kein Zusammenhang zwischen Elektrosmog und Krebsentstehung festgestellt. Ähnlich verhält es sich beim Handy. Zumindest Menschen, die ein durchschnittliches Telefonierverhalten haben, müssen kein erhöhtes Krebsrisiko fürchten.

Krebs durch Stress

Auch die These, dass Stress Krebs begünstigt, geistert durch verschiedene Internetforen. Die Wissenschaft belegt zwar, dass chronischer Stress auf Dauer krank machen kann, jedoch keinen Krebs verursacht. Stress kann aber sehr wohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen.

Hat die Mutter Brustkrebs, erkrankt auch die Tochter

Das ist nicht richtig. Erkrankt eine unmittelbar verwandte Person an Brustkrebs, ist das Risiko, ebenfalls an Brustkrebs zu erkranken, allerdings tatsächlich erhöht. Das heißt nicht, dass Brustkrebs vorbestimmt ist. Ein Gentest kann die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, ermitteln.

Vitamintabletten schützen vor Krebs

Untersuchungen haben ergeben, dass Multivitamintabletten das Krebsrisiko nicht senken. Beta-Carotin erhöht das Krebsrisiko sogar. Auch das Spurenelement Selen hat keinen nennenswerten Einfluss, was aber manche Menschen glauben.

Krebs kann nicht behandelt werden

Wenn Krebs früh genug erkannt wird, kann er sogar geheilt werden.

Bei Krebsschmerzen können Medikamente nicht helfen

Moderne Medikamente können Krebsleiden lindern. Je nach Stärke des Schmerzes kommen einfache Schmerzmittel bis hin zu Morphium zum Einsatz.

So verschieden Krebserkrankungen sein können, so absurd sind viele Mythen – wer unsicher ist, sollte sich bei einem Arzt informieren.

Anzeige