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Krebs ist Deutschen Wurst: So denkt Deutschland über den Krebs-Alarm

"Es gibt nichts mehr, was nicht irgendein Risiko birgt"

Es geht um die Wurst. Rund 60 Kilogramm Fleischwaren isst der Deutsche pro Jahr. Die Weltgesundheitsbehörde WHO hat nun bestätigt, dass der regelmäßige Konsum von Wurst, Schinken und anderem verarbeitetem Fleisch krebsfördernd ist. Wir haben uns umgehört, ob viele Menschen nun umdenken – oder einfach weiter machen wie bislang.

Die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken, steige um 18 Prozent je 50 Gramm verarbeitetem Fleisch
Die User lassen sich durch die Warnungen nicht verunsichern.

Die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken, steige um 18 Prozent je 50 Gramm verarbeitetem Fleisch. Das sind gerade mal zwei Scheiben Salami. Verarbeitetes Fleisch nennen Experten Produkte, die gepökelt, geräuchert, fermentiert oder durch andere Methoden haltbar gemacht wurden. Zudem sei rotes Fleisch "wahrscheinlich krebserregend".

Gründe genug, um weniger Fleisch zu essen beziehungsweise ganz darauf zu verzichten. Weit gefehlt, sagen unsere User. "Genmanipulation am Gemüse, Antibiotika im Fleisch, Wasser verseucht, Fische mit Schwermetallen. Es gibt nichts mehr, was nicht irgendein Risiko birgt", schreibt Kristina M. auf Facebook. Das A und O sei es, Maß zu halten und sich viel zu bewegen. Damit trifft sie die Meinung vieler User. "Ich verzichte doch nicht auf leckeres Grillfleisch und Steaks mit Kräuterbutter. Niemals!!!", schreibt Michaela S. und bekommt massig Zustimmung.

Deutschland, einig Wurstland?

Deutschland, einig Wurstland? Zumindest auf Facebook ist die große Mehrheit die Warnungen leid. "Diese blöde Panikmache immer", postet Stephanie L. Ein gesundes Mittelmaß sei die Lösung – und am Ende würde ja trotzdem jeder sterben. Galgenhumor, oder Resignation ob der vielen Lebensmittelwarnungen? "Wenn ich nix esse, sterbe ich auch. Dann doch lieber genussvoll abtreten", meint Sophie B.

Doch in den dutzenden Pro-Wurst-Kommentaren finden sich auch ab und an Menschen, die ihre Essgewohnheiten geändert haben oder ändern wollen. So wie Erika S. Sie hat ihr Essverhalten geändert – aber nicht wegen der Krebswarnungen, sondern wegen der Tiere. Weniger Fleischverzehr aufgrund von Tierliebe, das ist unter hunderten Kommentaren die einzige Begründung für ein Ändern der Essgewohnheiten. Die Krebswarnung ist unseren Usern im wahrsten Sinne Wurst.

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