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Krebs-Atlas: In diesen Gebieten ist das Krebsrisiko am größten

Krebskranke Patientin wird untersucht
Kann der Wohnort der Grund für die Erkrankung sein? © dpa, Arne Dedert

Der GEKID-Atlas zeigt, wo und an welcher Krebsart die Deutschen erkranken

Die Umwelt ist ein wichtiger Faktor für das Krebsrisiko – das ist vielen bewusst. Wussten Sie aber, dass Frauen in Ostdeutschland deutlich seltener an Brustkrebs erkranken als Frauen in Westdeutschland? Das Erkrankungs- und Sterberisiko für Krebs ist in Deutschland je nach Gebiet sehr unterschiedlich. Wo die meisten Menschen unter dem Krebs zu leiden haben, zeigt der sogenannte GEKID-Atlas.

Die Prognosen der Krebsforscher klingen pessimistisch: 2014 werden 486.000 Menschen in Deutschland an Krebs erkranken, ungefähr die Hälfte wird den Kampf gegen den Krebs verlieren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Jahr 2050 die Zahl der Krebsdiagnosen um bis zu 50 Prozent zunehmen wird. Allerdings ist jede Krebsart anders: Vor allem bei Haut-, Darm- und Hodenkrebs haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Ob aber jemand überhaupt und an welcher Art von Krebs erkrankt, scheint unter anderem vom Wohnort abzuhängen. Experten beobachten schon seit Jahren, dass bestimmte Krebsarten in gewissen Gebieten stärker vertreten sind als in anderen. Zum Beispiel ist die Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate für Brustkrebs in Ostdeutschland tatsächlich um 20 bis 30 Prozent geringer als im Westen. Wissenschaftler erklären sich die Raten mit der unterschiedlichen, gesünderen Lebensweise in der ehemaligen DDR, die sich so immer noch auf die Frauen auswirkt.

Erstaunlicher Zusammenhang zwischen Ort und Krebsart

In Bayern und Baden-Württemberg gibt es dabei weniger Brustkrebsfälle als im Nordwesten Deutschlands. Auch die Zahl der Prostatakrebspatienten ist im Norden höher als im Süden. Den Grund für die Zahlen kennen die Wissenschaftler jedoch nicht. Der Norden hat dafür die geringste Erkrankungsrate für den Schilddrüsenkrebs – das könnte mir der guten Jodversorgung durch das Meer im Norden zusammenhängen. Lungenkrebs dagegen tritt vermehrt in großen Metropolen auf: Bremen, Berlin und Hamburg weisen die höchsten Lungenkrebsraten auf. Das kann zum Teil an den typischen urbanen Lebensbedingungen liegen.

Die Tendenz für Magenkrebs in Deutschland ist seit längerer Zeit fallend. Die Wissenschaftler erklären diesen Umstand damit, dass Salzen und Pökeln immer seltener zum Konservieren genutzt werden – die Methoden hatten den Ruf, das Wachstum von Tumoren im Magen zu fördern.

Dass die Ernährung und das Rauchen das Krebsrisiko erhöhen, ist bewiesen. Die Zusammenhänge zwischen dem Wohnort und der Krebserkrankung lassen sich letztendlich allerdings nur schwer nachweisen. Falls Sie an den anderen Daten interessiert sind, finden Sie alle Daten unter www.ekr.med.uni-erlangen.de/GEKID.

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