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Krankheitstage: Teilzeit-Jobs machen krank

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Stress pur und keine Aussicht auf Besserung? So geht es vielen Arbeitnehmern. Und immer mehr Menschen leiden seelisch und körperlich darunter. © Dmitriy Berkut - Fotolia, Dmitriy Berkut

Was sind die Hauptursachen für Krankheitstage im Job?

Stress im Job - darunter leidet unsere Seele. Vor allem, wenn das Arbeitsverhältnis unsicher ist. Neue Belege für diese These liefert der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Besonders Männern geht die berufliche Hängepartie an die Nerven.

Die 'Herren der Schöpfung' lassen sich offenbar oft von Teilzeit-Jobs niederdrücken. Zwar sind sie insgesamt etwas seltener krankgeschrieben als Männer, die voll im Job sind, wie Studienautor Thomas Grobe vom Institut ISEG sagt. "Allerdings sind sie mit durchschnittlich 1,9 Fehltagen pro Kopf deutlich mehr von psychischen Diagnosen betroffen als Vollzeitbeschäftigte mit 1,4 Tagen." Sie schlucken auch mehr Antidepressiva. Männer in Teilzeit bekommen 53 Prozent mehr dieser Psychopharmaka verschrieben als jene in Vollzeit - bei Frauen liegt der Unterschied bei nur acht Prozent.

Frauen haben zwar insgesamt rund doppelt so viele Krankheitstage wegen Depression und anderen psychischen Leiden. Doch in Teilzeit sind sie ab Mitte 30 sogar etwas seltener krank, vorher auch etwas öfter als in Vollzeit. Vergangenes Jahr arbeiteten im Jahresschnitt fast 23 Prozent aller Berufstätigen Teilzeit. Zwei von fünf Frauen gingen nicht Vollzeit in Büro oder Firma - Männer aber nur zu 7,4 Prozent. Mit drei von vier Angestellten haben den höchsten Anteil an Teilzeitbeschäftigten die Reinigungsberufe.

Die gesundheitliche Situation von befristet Angestellten ist nur wenig anders - die damit verbundene Unsicherheit macht den Frauen offenbar auch zu schaffen. Denn sie sind seltener krank, wenn sie unbefristete Jobs haben. "Insbesondere bei männlichen Beschäftigen gehen befristete Arbeitsverhältnisse mit höheren Fehlzeiten einher", sagen die Forscher. So fehlten 2012 Männer mit Anfang 50 im Schnitt an mehr als drei Tagen, wenn sie den Job nur auf Zeit hatten, aber an nur 1,8 Tagen, wenn sie ihn auf Dauer hatten. Bei Frauen liegt der Unterschied in keiner Altersgruppe deutlich über einem Tag.

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