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Kranke Kinder: Diese Rechte haben Eltern am Arbeitsplatz

Kind krank: Kein Anspruch auf Lohnfortzahlung gegenüber Arbeitgeber

Wenn das Kind krank ist, muss meist auch ein Elternteil zu Hause bleiben, um die Pflege zu übernehmen. Leben beide Elternteile im gleichen Haushalt und geht nur ein Elternteil arbeiten, stellt die Versorgung des kranken Kindes meist kein Problem dar. Sind aber beide Eltern berufstätig, muss ein Elternteil sich vom Job freistellen lassen.

Wenn Kinder krank sind: Diese Rechte haben Eltern
Wenn das Kind krank ist, müssen berufstätige Eltern zu Hause bleiben. © picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Damit Eltern neben dem sonstigen Stress, der durch die Krankheit des Kindes entsteht, keine finanziellen Nachteile erleiden, sollten sie Folgendes beachten:

Der Arzt muss bescheinigen, dass das Kind krank ist und zu Hause versorgt werden muss. Im Anschluss sollte der Arbeitgeber benachrichtigt werden. Ihm sollte auch mitgeteilt werden, dass das Kind nicht durch eine andere Betreuungsperson wie Oma oder Opa versorgt werden kann. Wie lange man als Elternteil bei vollem Lohnausgleich zu Hause bleiben kann, hängt vom Einzelfall ab. „10 Tage pro Kind“ gibt es nicht. Das steht nirgendwo im Gesetz, kann aber im Tarifvertrag, per Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag vereinbart oder sogar ausdrücklich ausgeschlossen worden sein. Ist überhaupt nichts geregelt, haben Eltern laut Bundesarbeitsgericht einen Anspruch auf bezahlte Freistellung von ca. fünf Arbeitstagen.

Gegenüber dem Arbeitgeber besteht aber immerhin laut dem Sozialgesetzbuch ein Anspruch auf Freistellung von insgesamt 10 Tagen im Jahr, wenn das Kind erkrankt ist. Alleinerziehende können sich sogar 20 Tage um ihr krankes Kind kümmern. Und das gilt sogar pro Kind. Allerdings gibt es hier eine Begrenzung: Auch wenn man drei Kinder hat, kann man maximal 25 Tage im Jahr zu Hause bleiben – und keine 30 Tage. Alleinerziehende entsprechend 50 Tage im Jahr. Sind die Kinder über das Jahr verteilt öfter krank, dann muss man in den sauren Apfel beißen und den Urlaub für deren Betreuung verbrauchen.

Gibt es keine vertragliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, was die Lohnfortzahlung bei Erkrankung des eigenen Kindes angeht oder ist die bezahlte Freistellung vertraglich ausgeschlossen, dann kann sich der betroffene Elternteil an die Krankenkasse wenden. Es gibt dort auf Antrag ein Kinderkrankengeld. Gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse haben Eltern sogar einen Anspruch auf 10 Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Jahr. Eine weitere Möglichkeit, die berufstätige Eltern haben: Sie können bei der Krankenkasse für die Zeit der Krankheit eine Haushaltshilfe beantragen.

Abschließend muss beachtet werden: Das alles gilt in der Regel für Kinder, die jünger als zwölf Jahre alt sind. Nur wenn das Kind schwer erkrankt ist, kann es auch älter sein. Dann haben Eltern aber auch Anspruch auf unbefristete Freistellung vom Job sowie Krankengeld von der Kasse. Eine volle Lohnfortzahlung gibt es von der Krankenkasse allerdings nicht, sondern 70 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, maximal 90 Prozent des Nettogehalts.

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