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Krank im Ausland: Damit müssen Urlauber rechnen

Ärztehaus, Klinik, Hotel - wo gibt es die beste Behandlung?

Krank im Urlaub, für viele Touristen bedeutet das oft Hilflosigkeit. Verständigungsprobleme, mangelnde Hygiene oder Angst vor der Abzocke – die Unsicherheit ist groß. Wir waren zwei Wochen lang in den europäischen Urlaubshochburgen unterwegs und haben mit versteckter Kamera den großen Ärzte-Check gemacht.

Krank im Ferienparadies
Die Preise für Untersuchungen können unterschiedlich ausfallen, da es in vielen Ländern keine Gebührenordnung gibt.

Wir starten den Test auf der griechischen Ferieninsel Rhodos. Im Stadtzentrum befindet sich ein Ärztehaus. Wir simulieren einen Sonnenstich. Nach einer ausführlichen Untersuchung rät der griechische Arzt, die Mittagshitze zu meiden und viel Wasser oder Fruchtsäfte zu trinken. Die umgerechnet 1,70 Euro für die Magentabletten können sogar bei der Krankenkasse absetzt werden. Auf die Frage nach der Rechnung folgt dann die größere Überraschung: Die Behandlung war kostenlos. Eine Entschädigung für gut zwei Stunden Wartezeit.

Die gleiche Insel, eine andere Klinik: Mit den gleichen Symptomen melden wir uns bei der Ambulanz. Hier spricht man sogar Deutsch. Auch hier müssen wir anderthalb Stunden warten. Schließlich holt uns eine Krankenschwester ins Behandlungszimmer, misst Blutdruck und Fieber. Statt eines Arztes kommt zehn Minuten später ein Krankenpfleger, stellt dieselben Fragen noch einmal und führt auch die identischen Untersuchungen durch. Weitere 30 Minuten später kommt endlich der Arzt und erzählt, dass der Blutdruck viel zu hoch sei, ordnet deshalb ein EKG an. Die Untersuchung scheint sehr gründlich zu sein - bis der Krankenpfleger versucht, Blut abzunehmen. Das geht sprichwörtlich daneben und tut ziemlich weh. Fast 130 Euro kostet die Untersuchung plus 25 Euro für Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit.

Als Alternative kann man in den meisten Hotels einen Arzt kommen lassen. In dem Hotel auf Rhodos klopft der Arzt bereits nach 20 Minuten an der Tür. Der Doktor empfiehlt ebenfalls die Sonne zu meiden und gibt Elektrolyte, um den Salzhaushalt auszugleichen. Hier werden insgesamt 140 Euro fällig. Weil es in den südlichen Ländern oft keine Gebührenverordnung wie in Deutschland gibt, können sich die Kosten stark unterscheiden

Krank im Ausland: Diese drei Tipps schützen vor Überraschungen

Auf Mallorca gibt es viele deutsche Ärztehäuser mit guter medizinischer Versorgung. Aber gerade in den Partyhochburgen soll gerne mal abgezockt werden. Auch hier machen wir den Test und behaupten, Magenverstimmung mit Erbrechen und Durchfall zu haben. Der Arzt bestätigt das mit seiner „Diagnose“, die unsere Urlaubskasse um insgesamt 140 Euro erleichtert. Peter Fleischhauer ist Arzt auf Mallorca und aufgebracht über die Preise: „Das ist viel zu teuer, eine Behandlung auf der Insel kostet normaler Weise zwischen 70 und 100 Euro.“

70 Euro bezahlen wir auf Mallorca nur ein einziges Mal, in einer Außenstelle einer der größten Kliniken. Die Wartezeit beträgt gerade mal 10 Minuten, die Ärztin ist außergewöhnlich freundlich und kann bei der Untersuchung nichts Auffälliges feststellen. Sie verschreibt für den Notfall Magentabletten und gibt sogar einen Merkzettel auf Deutsch mit.

Fazit: Auch im Urlaub sollte man sich vor einer Erkrankung nicht fürchten. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte man aber folgenden Tipps befolgen:

- Schließen Sie eine Reisekrankenversicherung ab. Die gibt es schon für 10 bis 15 Euro im Internet und man wird als Privatpatient behandelt.

- Gehen Sie bei Bedarf direkt in eine größere Klinik. Dort treffen Sie in der Regel eher auf deutschsprachiges Personal.

- Wenn Sie bestimmte Medikamente brauchen, nehmen Sie einen Vorrat von Zuhause mit. Gerade in den osteuropäischen Ferienregionen haben die Apotheken nicht alles vorrätig.

Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, können Sie auf jeden Fall unbeschwerter in ihren nächsten Urlaub starten.

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