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Kostenübernahme: Brustkorrektur nach Krebs-OP

In Deutschland wird der Wiederaufbau der Brust nach einer Brustkrebsoperation in der Regel von der Krankenkasse als Pflichtleistung gezahlt.
Kostenübernahme: Brustkorrektur nach Krebs-OP © drubig-photo - Fotolia

Margret Kiener Nellen fordert, dass die Krankenkassen zahlen

Leidet eine Frau an Brustkrebs, dann hat das oft zur Folge, dass nach der Behandlung eine Brust größer ist als die andere. Das liegt daran, dass Tumorgewebe entfernt wird. Zwar freuen die Patientinnen sich, wieder gesund zu sein, allerdings ist es eine psychische Belastung, einen solchen Makel als Erinnerung an den Krebs mit sich herumzutragen. Betroffene Frauen wünschen sich deshalb oft eine Asymmetrie-Korrektur – eine OP, die die Brüste wieder einander angleicht.

Margret Kiener Nellen, eine sozialdemokratische Nationalrätin aus der Schweiz, setzt sich nun dafür ein, dass eine Brustkorrektur allen betroffenen Frauen ermöglicht wird. In der Schweiz fallen solche Eingriffe nämlich unter die Kategorie Schönheits-OPs und werden deshalb von den Krankenkassen nicht übernommen. Das will Nellen ändern. "Es darf nicht sein, dass nur Frauen mit Geld oder Rechtsschutzversicherung Anrecht auf gleich große Brüste haben", argumentierte die Nationalrätin gegenüber der schweizerischen Zeitung "20 Minuten".

Brüste gelten als "paariges Organ"

In Deutschland wird der Wiederaufbau der Brust nach einer Brustkrebsoperation in der Regel von der Krankenkasse als Pflichtleistung gezahlt. Grundsätzlich gilt aber immer, dass von Fall zu Fall entschieden werden muss. Je stärker die Ausprägung der Asymmetrie ist, desto besser stehen die Chancen für die Patientin, denn wirkt der Größenunterschied nicht "entstellend", so können die Krankenkassen sich auch weigern zu zahlen.

Der deutsche Bundesgerichtshof entschied 2012, dass die Brüste, weil sie ein "paariges Organ" sind, als Einheit betrachtet werden müssen, und somit ein Eingriff unter Umständen auch an der gesunden Brust gerechtfertigt ist. Allerdings kann die Beurteilung der Situation von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich ausfallen. Dennoch ist die Situation für Frauen, die nach einer Brustkrebs-OP an Brust-Asymmetrie leiden, in Deutschland besser als in der Schweiz.

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