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Kosenamen für Kinder: Das bedeuten Maus, Engel und Schatz

Kosenamen für Kinder: Das bedeuten Maus, Engel und Schatz
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"Mäuschen, kommst du mal?"

Fast jedes Kind hat einen und wird ihn auch als Erwachsener nicht mehr los – und oft gibt es später auch einen neuen: den Kosenamen. Was steckt dahinter und welche Kosenamen sind besonders beliebt?

„Mäuschen, kommst Du mal?“ So und in vielen anderen Anrede-Varianten sprechen wir unsere Liebsten an. Kosenamen stehen für Intimität und einen liebevollen Umgang. Situationen, in denen wir den normalen Vornamen benutzen, drücken meistens eine bestimmte Stimmung aus, in der wir uns gerade befinden. Häufig ärgern wir uns dann und das Mäuschen wird wieder zu Lena: „Lena, was soll das denn?“. Ist es nicht ganz so schlimm, wird aus dem Mäuschen eine Maus. Wir bauen unserem Ansprechpartner gegenüber eine emotionale Distanz auf, die sich verbal darstellt und somit die Emotion transportiert. In guten wie in schlechten Zeiten.

Kosenamen sind verbales Kuscheln

Kosenamen gibt es für jeden, der uns nahesteht. Für Kinder, für Partner, eben für alle, mit denen wir uns verbunden fühlen. 'Verbales Kuscheln' könnte man es nennen, die 'Sprache der Liebe' ist es für die Wissenschaft. So sehr Vornamen die Distanz wahren können, so sehr vermag der Kosename ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen und Geborgenheit geben. Der Kosename steht für eine besondere Beziehung. Er bedeutet: „Ich kenne dich ganz genau und ich dich liebe dich, so wie du bist.“ So erfahren auch 'Hexe', 'Teufel' und 'Drache' keine Abwertung, im Gegenteil: Sie sind einfach eine verbale Umarmung und Anerkennung des Soseins. Eine Akzeptanz der charakterlichen Eigenschaften. Und nicht zuletzt: Was sich neckt, das liebt sich. 'Frechdachs' und 'Dummerle' sollten also nicht negativ gewertet werden.

Nur in der Öffentlichkeit sollte man Kosenamen vermeiden. Zumindest unter Erwachsenen und Jugendlichen. Denn das könnte dem Angesprochenen unangenehm sein und schnell peinlich werden. Dann doch lieber Hermann und Maria, als 'Bärchen' und 'Spatzilein'.

Allerdings ziemlich eingegrenzt sind die Kosenamen in ihrer Individualität. Nämlich so stark, dass die sprachwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg eine Top Ten - Liste der am häufigsten vorkommenden Kosenamen erstellen konnte. „Klassisch“ sind demnach 'Schatz', 'Maus', 'Hase', 'Bär', 'Spatz', 'Süße', 'Engel', 'Schnuffel', „Schnuck' und 'Liebling'. Sie überleben sogar Generationen und können im schlimmsten Fall an neue Partner weitergegeben werden.

Etwas phantasievoller sind die Kosenamen für unsere Kleinsten. Hierbei gilt die Regel: je kleiner, desto öfter enden die Benennungen (meistens Tiernamen) mit einer Verniedlichung auf -chen oder -lein. Hierin drückt sich neben unserer Liebe auch unser Beschützerinstinkt für diese hilflosen Menschlein aus.

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