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Korsett tragen: Wie eng muss eine Korsage sein, um eine Wespentaille zu bekommen?

Eine Reporterin wagt den Selbstversuch mit Korsett

Immer dünner geschnürt, immer extremere Kurven: Manche Frauen gehen an die Schmerzgrenze, um ihrer Vorstellung einer Idealfigur nahe zu kommen. Für eine Wespentaille riskieren sie sogar ihre Gesundheit. RTL-Reporterin Julia Kiefer hat sich einen Tag lang in ein Korsett schnüren lassen und festgestellt, dass damit alltägliche Dinge wie Auto fahren zu einer absurden und gefährlichen Herausforderung werden.

Korsett tragen - ein Selbstversuch
Reporterin Julia Kiefer trägt ein enges Korsett. © RTL

Der Selbstversuch geht los: Nach und nach bleibt der Atem weg, Reporterin Julia Kiefer wird innerhalb von 20 Minuten von zwei Dessous-Expertinnen eng zusammengeschnürt, ihr Brustkorb wird eingepresst. Tiefes Einatmen wird so absolut unmöglich. Obwohl sie auf Schmerzen und körperliche Einschränkungen vorbereitet sei, habe sie nicht damit gerechnet, dass etwas Selbstverständliches für sie noch zur absoluten Qual werde, sagt sie. 24 Stunden lang will sie das Korsett tragen und wagt sich so sogar in die Kölner Innenstadt. Was die Leute wohl dazu sagen werden?

Was sie nur für einen Tag ausprobiert, ist für Michelle Küpke ein fester Bestandteil ihres Lebens. Seit vier Jahren schnürt die 25-Jährige ihre Taille von Tag zu Tag schmaler. Auch sie hatte anfangs Schmerzen. Jetzt hat ihr Körper sich dem Korsett gebeugt. Ihre Lunge funktioniert nur noch zu 75 Prozent, Magen und Nieren haben sich verschoben. Für Michelle kein Grund aufzuhören, für Ärzte ein kritischer Zustand.

Auch die Australierin Penny Brown hat sich dem Korsett verschrieben. Es ist Teil ihrer Persönlichkeit geworden. Die 25-Jährige trägt es rund um die Uhr. Für sie ist es weit mehr als nur ein Kleidungsstück. Model Penny Brown sagt: „Es fühlt sich an wie eine zweite Haut. So als ob ich die ganze Zeit umarmt werden würde. Ich fühle mich beschützt, sicher und geborgen."

Jeden Tag schnürt Penny eigenhändig ihre Rundungen auf Modelmaße. Ihr Taillenumfang hat sich von 96 Zentimetern auf 58 reduziert. Ein Extrem, für das sie von anderen bewundert wird. Zumindest ist es das, was bei ihr ankommt: "Ich bekomme so viele positive Reaktionen auf mein Aussehen. Die Leute wollen sich mit mir fotografieren lassen. Machen mir Komplimente für meine schmale Taille oder zu meiner Oberweite. Alles ganz positiv.“

Ob auch die RTL-Reporterin solch ein positives Feedback bekommt? Das Urteil in der Stadt fällt eher negativ aus, manche Passanten sind regelrecht verstört, als sie sie sehen. Doch wie leicht kann man damit auch noch Auto fahren oder schlafen? Sehen Sie im Video, wie der Selbstversuch verläuft und ausgeht.

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