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Kopftuch-Emojis: 15-jährige Schülerin kämpft für muslimische Emoticons

15-Jährige entwickelt Kopftuch-Emoji
15-Jährige entwickelt Kopftuch-Emoji Smileys mit Hijab, Nikap & Co. 00:01:04
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Rayouf Alhumedhi : "Ich wollte etwas, das mich repräsentiert"

Vom Araber bis zum Asiaten - die Vielzahl der digitalen Emojis spiegelt die Vielfalt unserer Gesellschaft wieder. Mit einer Ausnahme: Muslimische Symbole fehlen. Während es Emojis mittlerweile in verschiedenen Haut- und Haarfarben, für homosexuelle Paare oder auch mit Turban gibt, existiert bislang kein Hijab-Emoji. Und das, obwohl Millionen Frauen weltweit ein Kopftuch tragen. Zeit, das zu ändern, fand die 15-jährige Schülerin Rayouf Alhumedhi aus Berlin und nahm die Dinge gleich selbst in die Hand.

Kampf für mehr Vielfalt und weniger Stereotype

Rayouf und ihre Freundinnen hatten neulich beschlossen, ihren Gruppen-Chat bei WhatsApp mit Emojis zu betiteln. Jede sollte sich dafür ein Symbol aussuchen. Für die 15-jährige Rayouf, die ein Kopftuch trägt, gar nicht so einfach. Denn während Kopfbedeckungen wie Turban, Polizeimütze oder Filzhut bereits Einzug in die bunte Welt der Emojis gefunden haben, suchte die Schülerin mit saudi-arabischen Wurzeln vergeblich nach einem Kopftuch.

Das wollte Rayouf ändern und designte ein Emoji mit Kopftuch. "Ich wollte etwas entwerfen, das nicht nur mich symbolisiert, sondern mit mir Millionen von Frauen in der ganzen Welt, die stolz darauf sind, Kopftuch zu tragen", erklärte die Schülerin im Interview mit dem 'Deutschlandfunk'. Der Kampf der Schülerin für mehr Vielfalt und weniger Stereotype kam gut an. Auch auf Seiten des Unicode Consortiums, das festlegt, welche Emojis auf unsere Smartphones kommen.

Ein Unicode-Mitglied half der 15-Jährigen sogar bei der Entwicklung des Emoticons. Ob und wann Millionen Kopftuch-Trägerinnen die neuen Emojis nutzen können, steht allerdings noch nicht fest. Dafür aber das: diese Schülerin ist ein echtes Vorbild!

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