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Kopfschmerzen bei Kindern richtig behandeln und vorbeugen

Kopfschmerzen bei Kindern
© picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Viele Kinder leiden an Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind beim Kinderarzt das häufigste Symptom. Das größte Problem: Gerade kleine Kinder können häufig nicht genau beschreiben wann der Kopfschmerz auftritt und wie genau er sich anfühlt. Doch wie unterscheiden sich normale Kopfschmerzen von Migräne?

Grundsätzlich brauchen Sie sich aber keine Sorgen machen, wenn Ihr Kind zwischendurch mal an Kopfschmerzen leidet. Das gehöre zur menschlichen Erfahrung, so wie ab und zu mal erkältet sein, erklärt Professor Florian Heinen, Neurologe und Kinderarzt in einem Kinderspital gegenüber 'bild.de’. Als Faustregel rät er: "Man hat es mit einem ernsten Problem zu tun, wenn ein Kind häufiger als einmal pro Woche Kopfschmerzen hat.“

Insgesamt leiden Kinder laut Heinen heute häufiger unter Kopfschmerzen als früher. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen haben sich die Tagesabläufe von Kindern und Jugendlichen stark verdichtet, zum anderen herrscht in der Schule schon im frühen Alter Leistungsdruck. Das hat zur Folge, dass das Herumtollen im Freien stark abnimmt.

Kopfschmerz ist aber nicht gleich Kopfschmerz. Grundsätzlich werden zwei Arten unterschieden: Spannungskopfschmerzen fühlen sich an wie ein zu enger, drückender Helm und verlaufen meist leicht bis mäßig. Von einer Migräne-Attacke werden Kinder hingegen komplett lahmgelegt. Zu den Kopfschmerzen kommen Übelkeit und Erbrechen hinzu.

Drei bis vier Prozent aller Kinder leiden an Migräne: Besonders gefährdet sind Kinder, deren Eltern von der Erkrankung betroffen. Die ersten Migräne-Attacken treten frühestens zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr auf. Doch es gibt Unterschiede zwischen den Migräne-Anfällen von Erwachsenen und Kindern: Durchschnittlich kommt es bei Kindern zu einem Migräne-Anfall pro Monat. Die Attacken halten in der Regel nur wenige Stunden an. Dabei leiden Kinder deutlich stärker an den Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, als an den eigentlichen Kopfschmerzen. Bei einem Anfall verhalten sich die Kinder meist instinktiv richtig: Sie vermeiden laute sowie helle Reize und verschwinden oft freiwillig ins Bett. Nach einigen Stunden Schlaf geht es ihnen meist deutlich besser.

Bei Kindern treten zwei Sonderformen der Migräne ohne Kopfschmerzen auf. Zum einen das ‚zyklische Erbrechen’, das ohne erkennbare Ursache auftritt und sich durch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen äußert und zum anderen der ‚periodische Schwindel’, der durch Symptome wie heftigem Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen gekennzeichnet ist.

Der weitere Krankheitsverlauf bei Kindern ist sehr unterschiedlich. Während die Migräne bei der einen Hälfte in der Pubertät wieder verschwindet, setzt sie sich bei der anderen Hälfte auch im Erwachsenenalter fort.

Was hilft bei Kinder-Kopfschmerzen?

Die Art des Kopfschmerzes ist auch für die Behandlung wichtig. Vor allem Schlaf hilft gegen Kopfschmerzen. Das ist aber nicht immer möglich. Bei Migräneattacken sollten Medikamente möglichst früh genommen werden. Bei Spannungskopfschmerzen sollten Medikamente – wenn überhaupt – erst spät gegeben werden. Sanfte Mittel wie Pfefferminzöl, das auf den schmerzenden Nacken oder die Stirn aufgetragen wird, können den Schmerz lindern.

Besonders wichtig sei aber die Vorbeugung. Wichtig sei genug Schlaf und genug zu trinken. Außerdem sollten Jugendliche möglichst wenig Alkohol und Koffein zu sich nehmen, so Heinen. Auch mit bestimmten Entspannungstechniken könnte den Kopfschmerzen vorgebeugt werden.

Auslöser für die Schmerzen können Schulprobleme wie Stress und Mobbing sein. Außerdem können die Schmerzen auf Krankheiten wie Erkältungen oder in seltenen Fällen Hirnhautentzündungen hindeuten. Weitere Gründe können aber auch Fehlstellungen im Mund-Kiefer-Bereich oder Fehlsichtigkeiten, die durch eine Brille einfach zu beheben sind, sein.

Um die Ursache der Kopfschmerzen herauszufinden kann es sinnvoll sein,einen so genannten Kopfschmerzkalender zu führen, in dem über einen längeren Zeitpunkt hinweg Zeitpunkte und Situationen eingetragen werden, in denen die Kopfschmerzen auftreten. Vermerkt werden außerdem die Art und die Stärke der Schmerzen.

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