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Kopfläuse erkennen und richtig entfernen

Bei Lausbefall hilft nur noch Kämmen
Mit bloßem Auge gut erkennbar: Eine Laus ist 2 bis 3,5 mm lang. © picture-alliance / ZB, Waltraud Grubitzsch

Kopfläuse erkennen und entfernen

Kopfläuse sind eine echte Plage. Haben sie sich eingenistet, bedeutet das für die Betroffenen vor allem eins: viel Arbeit. Allerdings haben Kopfläuse nichts mit der persönlichen Hygiene zu tun. Sie sollen sogar frisch gewaschenes Haar bevorzugen. Wir erklären Ihnen, was ein Läusebefall bedeutet und wie Sie die kleinen Biester sicher wegbekommen.

Kopfläuse können weder springen noch fliegen. Sie können aber von Kopf zu Kopf krabbeln. Deshalb breiten sie sich besonders in Kindergärten oder Grundschulen aus. Denn dort stecken die Kinder ihre Köpfe gerne recht eng zusammen, sodass die Laus über mehrere Köpfe hinweg spazieren und ihre Eier legen kann.

Wenn die Kopfhaut stark juckt sollte unbedingt nachgeschaut werden, ob der Blutsauger bereits zugelangt hat. Aber auch wenn an der Kindergartentür das Schild „Wir haben einen Fall von Kopfläusen“ hängt, sollten Eltern aufhorchen. Zu Hause ist dann eine Kopf-Kontrolle aller Familienmitglieder angesagt.

Die Untersuchung des Kopfes kann jeder selbst vornehmen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, eine handelsübliche Pflegespülung ins nasse Haar aufzutragen und das Haar sorgfältig mit einem Läusekamm durchzukämmen. Die Pflegespülung erleichtert das Kämmen und hindert die Läuse am Weglaufen. Gekämmt wird ausgehend vom Haaransatz Strähne für Strähne bis zu den Haarspitzen. Die Kopfläuse oder die noch nicht ausgewachsenen Larven bleiben am Kamm hängen. Die sechsbeinigen Kopfläuse sind mit dem bloßen Auge sichtbar.

So werden Kopfläuse entfernt

Um die Kopfläuse loszuwerden, empfehlen die Experten vom Robert Koch Institut (RKI) die Anwendung eines zugelassenen Läusemittels und dem sorgfältigen Auskämmen mit Haarspülung und einem Läusekamm.

Das Läusemittel gibt es in jeder Apotheke rezeptfrei zu kaufen, es kann aber auch vom Kinderarzt verschrieben werden. Dann zahlt es die Krankenkasse. Ihr Apotheker vor Ort kann Sie bei der Auswahl des Läusemittels beraten. Bei allen Läusemitteln gilt: Ca. 8 Tage nach der Erstbehandlung muss unbedingt eine zweite Behandlung erfolgen. Nur dann ist der Erfolg garantiert. Denn vor allem die Läuseeier erweisen sich als besonders hartnäckig. Tage nach der Erstbehandlung können immer noch Larven nachschlüpfen. Und die werden mit der zweiten Behandlung vernichtet.

Neben der Behandlung mit dem Läusemittel ist das Auskämmen der Haare wichtig. Das sollte über zwei Wochen lang alle vier Tage geschehen. Der Kamm sollte nach jedem Durchkämmen ausgestrichen werden. Finden sich darauf noch Larven oder Läuse, dann muss die Strähne noch einmal ausgekämmt werden.

Unsicherheit besteht vor allem bei betroffenen Eltern, ob auch wirklich alles ausgekämmt wurde, was mit dem Läusebefall zusammenhängt. Denn auch nach einer erfolgreichen Behandlung finden sich leere Nissen auf dem Kopf, die sehr fest am Haar kleben. Diese weißlichen Eihüllen befinden sich in der Regel mehr als 1 Zentimeter von der Kopfhaut entfernt. Von ihnen geht keine Übertragungsgefahr mehr aus. Sie kleben oft hartnäckig am Haar und lassen sich notfalls mit dem Fingernagel abkratzen oder es muss zur Schere gegriffen werden.

Weil sich die kleinen Biester ausschließlich auf dem Kopf wohlfühlen und außerhalb der Kopfhaut nur eine geringe Überlebenschance haben, muss nicht gleich der Kammerjäger bestellt werden. Wichtig ist, dass Kämme und Haarbürsten gründlich in heißer Seifenlauge gereinigt werden. Gewechselt werden sollten auf jeden Fall Bettwäsche, Schlafanzug und die aktuelle Kleidung der betroffenen Personen. Weitere Gegenstände, die mit dem Kopfhaar in Berührung gekommen sind, können in einer verschlossenen Plastiktüte verpackt drei Tage lang aufbewahrt werden. Länger überleben die Kopfläuse nicht.

Wichtig für Eltern: Wenn Kopfläuse entdeckt werden, unbedingt im Kindergarten oder in der Schule Bescheid geben. Treten mehrere Fälle auf, müssen alle Eltern ihre Kinder checken und auch die betroffene Gemeinschaftseinrichtung muss dafür sorgen, dass der Kopflausbefall eingedämmt wird. Denn nur so können die kleinen Plagegeister auf Dauer ferngehalten werden.

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