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Konkurrenz fürs Online-Shopping: EuroShop-Messe zeigt Innovationen für Geschäfte

Magischer Spiegel und Co.: Innovationen sollen Kunden wieder anlocken

Vor allem junge Menschen kaufen mittlerweile oft per Mausklick ein, denn die Auswahl an Online-Shops ist riesig. Jeden erdenklichen Artikel kann man bequem von zu Hause aus bestellen. Diese Entwicklung verläuft jedoch zum Leidwesen vieler kleiner Geschäfte, die vor allem wegen der Artikelvielfalt nicht mit großen Online-Stores mithalten können.

Konkurrenz fürs Online-Shopping: EuroShop-Messe zeigt Innovationen für Geschäfte
Spieglein, Spieglein an der Wand: Bald soll er dem Kunden in der Umkleidekabine bei der Entscheidung helfen. © dpa, Marius Becker

Deswegen müssen neue Attraktionen in den real passierbaren Laden, damit der Einkauf für den Kunden wieder zum Erlebnis wird. Wie die 'EuroShop Messe' in Düsseldorf zeigt, kann man sich auf allerhand spannende Neuigkeiten gefasst machen!

Bei den neusten Entwicklungen auf der Messe sticht der 'Spiegel der Zukunft' besonders ins Auge. Er soll dem Kunden künftig in der Umkleidekabine beim Entscheiden helfen. Der Flachbildschirm schätzt nicht nur das Alter und Geschlecht, sondern gibt auch eine Empfehlung dazu, was einem steht. Neben der Trefferquote von 80 Prozent ist der Spiegel natürlich so konfiguriert, dass er die Kunden immer etwas jünger schätzt, um ihnen zu schmeicheln.

Auch die sogenannte 'Prestige Glass' könnte den Markt revolutionieren. Eine Brille, die beim Fixieren eines Produkts den Strichcode auf der Verpackung einscannt und die Inhaltsstoffe anzeigt. Gegebenenfalls weist sie auch darauf hin, ob der Träger auf dieses Produkt allergisch reagieren könnte.

Mit diesen Neuheiten will man die Kunden vom Online-Shopping am PC zurück in die Läden locken, damit es Verkäufern nicht so ergeht wie Thomas Bach. Er musste seinen familiengeführten Schuhladen nach 60 Jahren um die Hälfte verkleinern, weil Kunden und somit auch der Umsatz ausblieben. "Ich kann das verstehen. Die jüngere Generation kauft mehr online. Und auch die Businessmenschen, die viel arbeiten, kaufen eher online, weil die Ladenöffnungszeiten mit den Arbeitszeiten kollidieren."

In zehn Jahren wird jeder vierte online shoppen

Michael Gerling vom Handelsforschungsinstitut Köln sieht im Online-Handel zwar eine starke Konkurrenz, sagt aber, dass jedes Geschäft vor Ort eine Chance hat, attraktiv für den Kunden zu sein.

Dafür muss der Laden von netten, kompetenten Mitarbeitern geführt werden, die ihr Fach verstehen. Außerdem sollte der Laden optisch ansprechend gestaltet sein und ein attraktives Sortiment vorweisen. Mit neuen, technischen Möglichkeiten kann man den Einkauf zusätzlich angenehmer gestalten.

Ob diese Tipps wirklich für jedes kleine Geschäft realisierbar sind, bleibt abzuwarten. Momentan shoppt nämlich schon jeder zehnte online, in zehn Jahren wird es schon jeder vierte sein.

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