Konfliktarten: Mit Zielkonflikten richtig umgehen

Kind Bett ins Bett gehen
Zeit zum Schlafen: Über die Bettgeh-Zeit gibt es in vielen Familien Streit zwischen Eltern und Kind. © Fotolia Deutschland

Zielkonflikte: Regeln und Abmachungen helfen

Diese Art von Konflikten gibt es im Alltag häufiger: Die Eltern geben eine Anweisung, die vom Kind nicht gleich ausgeführt oder verweigert wird. Die Eltern erleben das Verhalten des Kindes daraufhin als unerwünschtes Verhalten und reagieren darauf mit negativen Emotionen. Das Kind will etwas ganz anderes und reagiert ebenfalls mit negativen Emotionen. So schaukelt sich der Streit immer weiter hoch (z.B. über die Bettgeh-Zeit).

Tipp 1 von Heueck-Mauss

Verstricken Sie sich nicht in Ermahnungen, sondern erinnern Sie das Kind an die Abmachung. Sprechen Sie in Ich-Botschaften und gehen Sie dabei mit Blick- und Körperkontakt auf die Ebene des Kindes. Sprechen Sie das Ziel des Kindes (z.B. noch aufbleiben zu wollen) an.

Kleineren Kindern sollten Sie eine Hilfestellung geben, z.B. es an die Hand nehmen und Richtung Bad lenken. Die Anerkennung erfolgt, wenn das Ziel erreicht wurde. Das Kind wird dadurch zunehmend lernen, die Verantwortung für die Regel oder Abmachung einzuhalten, da der Konflikt jetzt stressfreier abläuft.

Tipp 2: Regeln

Im Kleinkindalter gibt es noch wenig Regeln, da das Kind diese noch nicht erfassen kann. Für logische Konsequenzen, die erfolgen, wenn eine Regel nicht gehalten wird, muss das Kind sein Verhalten einsehen und vorausdenken können. Deshalb benötigen gerade kleine Kinder klare Ansagen und feste Regeln, die sie einhalten können und ihnen Halt und Struktur geben (z.B. vor dem Essen Hände waschen).

Die Regeln sollten mit dem Alter der Kinder wachsen und mit den Kindern besprochen werden. ("Um 20 Uhr ist Bettzeit, du darfst aber noch eine halbe Stunde lesen.")

Hält das Kind die Regeln nicht ein, sollte es auch die sofort erfolgenden natürlichen oder logischen Konsequenzen kennen. Es hat somit die Wahl, die Regeln auszutesten, um zu schauen was passiert oder sich an die Regeln zu halten. Dass Kinder ihre Grenzen austesten ist übrigens ein ganz natürliches Verhalten.

Bekommen Kinder die Konsequenzen aber erst viel später zu spüren oder sind diese für das Kind nicht vorhersehbar, sondern willkürlich von den Eltern aufgestellt, dann empfindet das Kind die Konsequenz als ungerechte Strafe, die zu weiteren Konflikten führen wird. Eltern reagieren dann oft unverhältnismäßig (z.B. Fernsehverbot, Taschengeldentzug). Die Emotionen, die dadurch beim Kind entstehen, motivieren das Kind nicht dazu die Regel künftig einzuhalten oder es hält sich nur aus Angst vor Strafe an die Regel.

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