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Kommunikation: Warum Männer uns nicht verstehen

Männer und Frauen zeigen große Unterschiede in der Kommunikation
Männer und Frauen zeigen große Unterschiede in der Kommunikation © iStock

Kommunikation zwischen den Mann und Frau

Zwischen Frauen und Männern gibt es erhebliche sprachliche Unterschiede, so dass Frauen und Männer sich eigentlich nicht verstehen können. Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars, heißt es in einem bekannten Liebes-Ratgeber. In vielen dieser Hilfs-Bücher wird versucht, das Problem rein sprachlich anzugehen. Es wird erklärt, was Frauen meinen, wenn sie etwas sagen, und was Männer meinen, wenn sie etwas sagen. Und wie es jeweils beim Gegenüber ankommt. Also eine Art Fremdsprachen-Lexikon.

Ich habe meine Zweifel, ob Übersetzungs-Versuche das Verständnis zwischen den Geschlechtern (und damit die Liebe) einfacher machen. Noch mehr Gequatsche, noch mehr Verwirrung. Ich stelle mir einfach vor, die Männer leiden unter einer Kommunikations-Krankheit. Nehmen wir ihre schlimmste Erscheinungsform: Die sogenannte "Appell-Allergie". Darunter versteht man die heftige Reaktion eines Mannes, wenn eine Frau etwas von ihm will. Wenn sie etwas sagt und damit gleichzeitig eine Forderung ausgesprochen wird.

Schweigen gegen Kommunikationsprobleme?

Mit diesem Satz zum Beispiel löst man bei jedem Mann zwischen 18 und 80 eine fiese Appell-Allergie aus: "An was denkst Du?" Die Frau möchte wissen, was in seinem hübschen Köpfchen vorgeht. Der Mann jedoch argwöhnt, dass sie exakt diese Antwort erwartet: "Oh, ich dachte gerade daran, dass Du schöner bist als alle anderen Frauen auf dieser Welt. Ich war eben in den Anblick Deines Gesichts versunken, makellos! Wie Dein Körper. Ich liebe und begehre Dich. Wie kann ich Dir das nur zeigen? Welche Worte, welche Taten könnten meine Leidenschaft für Dich am besten zum Ausdruck bringen?"

Genau das will die Frau hören. Sie gibt es vielleicht nicht zu, aber der Mann versteht sie in diesem Punkt besser als sie sich selbst. Deshalb reagiert er allergisch auf die vermeintlich harmlose Frage nach seinen Gedanken. Die Symptome der Allergie sind körperlicher wie seelischer Natur. Auf körperlicher Ebene beobachten wir starkes Erröten vor Wut und Zorn wegen dieser bescheuerten Frage. Darüber hinaus Atemnot als Indiz für die Fassungslosigkeit, dass die Frau immer und immer wieder mit der gleichen Frage nervt. Auf seelischer Ebene variieren die Krankheitszeichen von emotionaler Erstarrung bis hin zum akuten Fluchtwunsch. Nur weg! Hauptsache, keinen Appell mehr ertragen müssen!

Merke: Der Mann als solcher macht nichts, was er soll. Nur das, was er will. Gegen diese Tu- und- sag -was-Allergie helfen keine flötenden stilistischen Alternativen wie: "Du, ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich möchte gern wissen, was du denkst, denn ich hab dich lieb". Vergesst es. Aus diesem Satz hört Euer Liebster erst recht vier bis zehn Appelle heraus.

Wie entkommen wir Frauen der Sprachfalle? Dem Unglück, weil er nichts macht, was wir wünschen? Geht mit dem Mann um, wie Ihr es mit einem Kranken tun würdet. Was braucht der Patient: Vor allem Ruhe! Wenig bis keine Worte. Den lindernden Balsam der Stille. Hoffnung: Vielleicht wird ihm langweilig bei so viel Schweigen, und er spricht von allein. Noch Fragen?

Viel Glück beim strategischen Schweigen, Eure Birgit

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