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Körpersprache: Unbewusste Gesten und Signale

So verrät seine Körpersprache, ob er in dich verliebt ist
So verrät seine Körpersprache, ob er in dich verliebt ist Körpersignale 00:01:04
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Was die Körperhaltung Ihres Gegenüber verrät

Das kennen wir alle: Man sitzt in der U-Bahn, im Café oder schlendert durch die Fußgängerzone, und plötzlich taucht ein absoluter Traumtyp im Blickfeld auf. Doch wie schafft man es, die Aufmerksamkeit eines gut aussehenden Fremden auf sich zu ziehen? Und stimmt es, dass Männer und Frauen beim Flirten völlig unterschiedliche Körpersignale aussenden? Wir verraten Ihnen was die Körpersprache verrät.

Die Körpersprache von Mann und Frau unterscheidet sich.
Die Körpersprache verrät viel über Sie © Robert Kneschke

Von Kerstin Kraska-Lüdecke

Ein Blick, eine Handbewegung, ein Augenaufschlag... Ist der attraktive Mann am Nachbartisch interessiert? Was bedeutet seine Körperhaltung? Und sendet man eigentlich selbst die richtigen Signale aus? Ob beim Flirten, beim Vorstellungsgespräch oder in einer großen Diskussionsrunde – die Körpersprache eines Menschen verrät mehr über ihn, als ihm lieb ist. Für Menschen, die die heimlichen Signale des Körpers deuten können, ist das Gegenüber ein offenes Buch...

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte

Forscher haben dazu bereits einiges Interessantes festgestellt: Zum Beispiel, dass Menschen in einer Kommunikationssituation nur sieben Prozent der Informationen über die Sprache, dafür 38 Prozent über Stimme und Tonfall und sogar 55 Prozent über die Körpersprache senden. Beim Flirten ist es also relativ egal, was da gesprochen wird. Es kommt hier überwiegend auf das Unausgesprochene an, das der Körper des Gegenübers ausdrückt. Wer also erfolgreich flirten will, sollte ein paar Grundbegriffe der Körpersprache beherrschen.

Sandra (29) aus Norddeutschland hat mehrere Jahre als Single gelebt, unfreiwillig. Die gutaussehende Brünette ging mit Freundinnen aus, suchte in Discos, Bars und im Fitnessstudio nach passenden Männern. Erfolglos! Sandras Freundinnen versuchten, ihr zu helfen, wussten aber auch nicht weiter: Zu "verklemmt" sei sie, meinte Alexa, zu "schüchtern" sagte Gisela. Doch damit konnte Sandra rein gar nichts anfangen! Sie selbst fand sich gesellig, aufgeschlossen und ganz und gar nicht schüchtern - im Gegenteil: Sie war auch oft mutig und sprach Männer an, die sie interessierten! Aber irgendetwas, so vermutete die kaufmännische Angestellte machte sie dennoch falsch.

Eines Tages blätterte sie in einem Straßencafé in einer Zeitschrift und stieß dort auf einen Artikel über Körpersprache. Die aufgeführten Beispiele öffneten ihr die Augen: Offensichtlich hatte sie beim Flirten mit Männern stets falsche Signale ausgesandt. Statt Kontaktfreude zu zeigen, schreckte Sandras ablehnende Körperhaltung die Interessenten offensichtlich ab. Auf die Körpersprache ihres jeweiligen Gegenübers hatte sie auch nie geachtet. Doch auch hier, so lernte sie, könne man schnell erkennen, ob der Mann Interesse hatte, oder nicht. Tatsächlich gibt es ganz bestimmte Signale, die Frauen beim Flirten mit ihrer Körpersprache aussenden. Diese wollen sich damit dem Objekt ihrer Begierde als besonders weiblich präsentieren.

Flirten wird oftmals nicht richtig erkannt
Flirten wird oftmals nicht richtig erkannt Studie belegt 00:04:15
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Körpersprache Frau: Diese Signale bedeuten Go!

Körpersprache Frau: So zeigt ihr Verhalten, dass sie Flirtwillig ist.
Diese Signale senden Frauen aus.

  • Möchte eine Frau einen Mann beeindrucken, so wird sie sich im Gespräch oft unbewusst nach vorne in seine Richtung lehnen. Dies bedeutet einerseits Hinwendung zum Gegenüber und sie möchte ihm so einen tieferen Einblick in ihr Dekolletee gewähren. Setzt man diese Körpersprache bewusst ein, so sollte es aber subtil geschehen, damit es nicht zu anzüglich wirkt.
  • Die Frau nimmt Blickkontakt auf. Je eher sie dies tut, umso attraktiver findet sie den Mann.
  • Sie lächelt ihm häufig mit offenem Mund zu.
  • Sie wirft ihren Kopf auffällig nach hinten.
  • Sie macht beim Sprechen auffällige Gesten, was Lebendigkeit und Lebensfreude ausdrückt.
  • Sie zeigt ihrem Gegenüber den Nacken, was im biologischen Sinne eine Geste der Unterordnung ist.
  • Sie berührt sich selbst, indem sie zum Beispiel ihre Haare zur Seite streicht, ihre Halskette anfasst oder sich an Armen, Schenkeln oder Brust streichelt. Dieses Verhalten wird auch sinngemäß als "Ersatzstreicheln" bezeichnet.
  • Sie verschränkt beide Arme hinter ihrem Kopf.
  • Sie zwinkert ihm zu.
  • Sie lacht laut bei Bemerkungen, die ihr Gegenüber macht.
  • Sie lächelt verlegen bei abgewandtem Gesicht.
  • Ihre Augen sind groß und weit geöffnet.
  • Ihr Oberkörper ist gerade aufgerichtet und dem Gesprächspartner zugewandt
  • Sie schlägt die Beine übereinander und die Fußspitzen zeigen in die Richtung des Angebeteten.

Diese Signale bedeuten No!

  • Kein Interesse hat dagegen eine Frau, die sich beim Gespräch mit dem Körper von ihrem Gesprächspartner abwendet.
  • Desinteresse besteht außerdem, wenn sie sich insgesamt wenig bewegt, also eher starr auf ihrem Stuhl sitzt.
  • Sie vermeidet dann außerdem den Blickkontakt.
  • Sie macht einige Bewegungen weg vom Gesprächspartner mit dem Ziel, mehr Distanz zwischen sich und ihn zu bringen.
  • Sie hält insgeheim Ausschau nach interessanteren Gesprächspartnern.

Körpersprache Frau vs. Körpersprache Mann: Wie signalisieren Männer interesse?

Sandra nahm sich also vor, bei nächster Gelegenheit ihre neuen Körpersprachen-Kenntnisse bei einem Barbesuch "an den Mann" zu bringen. Dazu musste sie sich noch die wichtigsten Körpersignale einprägen, die Männer in einer Flirtsituation aussenden.  Denn daran lässt sich recht schnell ablesen, ob sich die Mühe beim Objekt der Begierde auch wirklich lohnt! Sitzt er zum Beispiel auffällig lässig und breitbeinig da, so handelt es sich wahrscheinlich um einen Mann, der den coolen Macho spielt, aber mit diesem Imponiergehabe nur seine eigene Unsicherheit überdecken will.

Diese Signale sendet der Mann für ein Go!

Körperhaltung, Verhalten und Tonalität der Sprache sagt einige über Männer aus.
Körpersprache Mann: Diese Signale senden Männer aus.

  • Ein Mann hat Interesse an einer Frau, wenn er ihr gegenüber seinen Körper aufrichtet.
  • Sollte er stehen, dann wird er sich eine entspannte Position suchen, die Hüften etwas vorschieben und sich möglicherweise lässig anlehnen.
  • Er zeigt möglicherweise der attraktiven Gesprächspartnerin seine Muskeln, indem er sich lässig dehnt und streckt - damit weist er auch gleich auf seine Qualitäten als starker Beschützer hin.
  • Körpersprache der Beine: Seine Beine sind leicht geöffnet.
  • Seine Hände stecken in den Hosentaschen oder in seinem Gürtel, damit demonstriert er seine Männlichkeit.
  • Sein Oberkörper ist zur Frau gedreht. Gleichzeitig schirmt er sie so mit seinem Rücken vor den Blicken anderer Männer ab.
  • Wenn sie ihn anlächelt, wendet er seinen Kopf leicht ruckartig.
  • Sein Gang ist federnd.
  • Er stellt häufigen Blickkontakt her und hält ihn länger als seine Angebetete.
  • Er berührt sich selbst (Ersatzstreicheln), richtet zum Beispiel seine Krawatte, reibt seine Nase oder streicht sich durch das Haar.
  • Er kneift die Augen zusammen und schaut sie eindringlich an.
  • Weniger Körpersprache als Verhalten: Er macht auf großen Macker und erzählt positive Heldentaten von sich selbst, um sie zu beeindrucken.

Körpersprache Mann: Diese Signale bedeuten No!

  • Kein übermäßiges Interesse hat der Mann, der seinen Körper von der Frau abwendet.
  • Wenn er die Arme vor der Brust verschließt, ihr die Handrücken entgegenstreckt oder seinen Kopf von ihr abwendet.
  • Er vermeidet den Blickkontakt, hält statt dessen Ausschau nach interessanteren Gesprächspartnern.
  • Seine gesamte Haltung ist schlaff und wenig beeindruckend.

Flirten ist Frauensache

Flirten ist meist Frauensache: Sie sendet meist die ersten Signale.
Bewusste Körpersprache ist beim Flirten ein Muss: Eine junge Frau flirtet beim Tanzen.

Laut einer Umfrage geht der erste Kontakt beim Flirten fast immer von der Frau aus. Sie nimmt aus sicherer Distanz Blickkontakt zu ihrem Gegenüber auf. Um positive Signale vom Mann zu erhalten, sollte die interessierte Frau mehrmals zu ihm hinübersehen und so ihr Interesse bekunden. Denn Männer haben ein eingeschränktes Gesichtsfeld. Sollte er beim ersten Augenkontakt nicht gleich reagieren, kann dies einfach nur bedeuten, dass er "sie" noch nicht gesehen hat.

Liegt eine größere Distanz zwischen den beiden, so kann man diesen ersten Flirtkontakt unterstreichen, indem man sich bewegt: Die Speisekarte oder das Buch, das man gerade liest, sollte nun zur Seite gelegt werden. Dies bedeutet, Barrieren zu seinem Gegenüber abzubauen und ihm statt dessen seine volle Aufmerksamkeit zu widmen. In diesem Fall kann eine Frau bereits ihre Körpersprache ganz bewusst einsetzen: Vielen Männern gefällt es zum Beispiel sehr, wenn sie mit dem Strohhalm in ihrem Getränk spielt! Hat die Frau nun so die Aufmerksamkeit des Mannes erweckt, sollte sie zunächst auf seinen Blick achten: Entgegnet er ihn mit wachem Interesse, so lohnt es sich, dran zu bleiben.

Vorsicht ist geboten, wenn der Angebetete nur auf ihren Ausschnitt schaut: Dann werden die sexuellen Interessen bei ihm wohl überwiegen. Umgekehrt gilt dies auch für Frauen: Sind sie an dem Mann interessiert, so fanden Forscher heraus, schauen sie ihm intensiv in die Augen. Betrachten sie statt dessen eher den Mund ihres Gegenübers, so stehen auch hier eher sexuelle Interessen im Vordergrund! Wie sie sehen können Kleinigkeiten die Bedeutung der Körpersprache maßgeblich verändern.

Bitte Abstand halten: Der Raum zwischen zwei Personen

Die Nähe ist beim Flirten ein ganz besonderer Faktor: Normalerweise halten Menschen im Alltag eine gewissen körperliche Distanz zu ihrem Gegenüber, je nach Kultur und Gepflogenheit. Der symbolische "Schutzraum" beträgt bei Mitteleuropäern mindestens 30 bis 40 Zentimeter, 50 Zentimeter sind normal. Verhandeln wir mit Geschäftspartnern, so vergrößert sich die Distanz auf etwa ein bis zwei Meter. Und zwei bis vier Meter Abstand bedeuten, dass sich zwei Menschen von unterschiedlicher Stellung gegenüber stehen, also Vorgesetzter und Untergebener. Flirtet man, dann wird diese Distanz unmerklich verringert: So wollen die Flirtpartner austesten, wie nahe sie dem anderen kommen können, ohne bei ihm Fluchtgedanken auszulösen.

Kommen sich also zwei Menschen nahe und schauen sich dabei in die Augen, ohne dass einer der beiden sich abwendet, so ist dies ein Zeichen für deutliches Interesse. Beachtet man nun die Bewegungen seines Körpers, so wird man schnell sicher sein: Spiegelt der Mann unbewusst die Bewegungen der Frau, oder "plustert" er sich auf mit herausgestreckter Brust und einladendem Blick - dann will er sich via Körpersprache im besten Licht präsentieren!

Eines sollten Frauen aber auf jeden Fall beim Flirten beachten: Sie sollten es möglichst vermeiden, falsche Flirtsignale auszusenden. Ein falsches Lächeln zu zeigen, obwohl man eigentlich lieber gehen würde, und ein Gespräch in Gang zu halten, das einen nur langweilt, ist nicht der richtige Weg. Auch hier kann man bewusst die Körpersprache einsetzen, um dem gegenüber seine wahren Absichten mitzuteilen: Während man höflich weiterplaudert, sollte man auf räumliche Distanz zum Gesprächspartner gehen, den Blickkontakt meiden und leicht den Körper abwenden.

Soft Skills im Job

Signale im Berufsalltag
So verhält man sich im Job mit seiner Körpersprache. © Getty Images/iStockphoto, kzenon

Aber nicht nur bei der Partnersuche, sondern in vielen anderen Lebensbereichen ist es sehr hilfreich, Körpersignale deuten zu können. Die Körpersprache besteht aus vielen einzelnen Faktoren. Dazu gehören die gesamte Körperhaltung, der Gang, Blicke, Arm- und Kopfbewegungen, Lidschlag, Gestik und Mimik. Um sich mit den Signalen vertraut zu machen, sollte man sich zunächst auf eine dieser Regionen beschränken, und zum Beispiel zunächst Augen und Mimik seines Gegenübers studieren. Um den richtigen Gesamteindruck zu gewinnen, ist es aber unerlässlich, später alle einzelnen Signale zusammen deuten zu können.

Personalschefs sind meistens sehr geübt darin, bei einem Bewerbungsgespräch ihr Gegenüber anhand der Gestik und Mimik einzuschätzen. Geht ein Mitarbeiter unangemeldet in das Büro seines Chefs, schiebt dessen Unterlagen beiseite und setzt sich auf dessen Schreibtischkante, so wird dies der Vorgesetzte mit einer Revierverletzung gleichsetzen. Er wird demnächst die Arbeiten dieses Mitarbeiters besonders kritisch überprüfen. Und eine Bewerberin für eine Führungsposition sollte nicht mit kleinen Schritten zum Vorstellungsgespräch trippeln und dann nervös ihre Fingernägel betrachten. Da wird sich jeder Arbeitgeber überlegen, ob er ihr wirklich die Abteilungsleitung anvertrauen kann. Einige so genannte Soft Skills sind deshalb in der modernen Arbeitswelt unerlässlich und helfen Mitarbeitern, sich ins rechte Licht zu setzen.

So signalisiert ein Mitarbeiter oder Bewerber Sicherheit

  • Er steht aufrecht und locker da
  • Die Jacke oder das Jacket sind offen
  • Die Armbewegungen liegen oberhalb der Taille
  • Mit den Händen ein Spitzdach nach oben formen

Diese Signale bedeuten Unsicherheit

  • Die Person ist ständig in Bewegung, steht nicht ruhig oder rutscht unsicher auf dem Stuhl herum
  • Die Hände sind um die Armlehnen des Stuhls geklammert
  • Man umklammert sich selbst mit den Armen
  • Man bildet mit den Händen ein Spitzdach in Richtung des Gegenübers
  • Man trommelt mit den Fingern
  • Man faltet die Hände vor der Brust
  • Man umklammert die Stuhlbeine mit den Beinen
  • Die Armbewegungen liegen unterhalb der Taille
  • Man fasst sich häufig an die Nase oder schiebt die Brille oft hoch
  • Der Lidschlag ist auffällig häufig

Diese Signale bedeuten Zustimmung

  • Die Person nähert sich körperlich an, beugt sich vor
  • Man wendet sich ganz seinem Gesprächspartner zu, spiegelt seine Bewegungen

Diese Signale bedeuten Desinteresse, Abschottung oder Ablehnung

  • Der Oberkörper wird zurückgenommen, um die Distanz zu vergrößern
  • Man schaut seinen Gesprächspartner eher über die Schulter an, der Körper ist von ihm abgewandt
  • Die Nase ist gerümpft, die Pupillen sind verengt
  • Man wirft den Kopf mehrfach ruckartig zurück
  • Es wird ein "langes Gesicht" gemacht, also das Kinn wird bei geschlossenem Mund nach unten geschoben

Einen guten Eindruck auf seine Mitmenschen oder den Vorgesetzten zu machen, ist also eigentlich ganz leicht, wenn man einige Regeln der Körpersprache befolgt.

Gut gemacht: Do's im Job

Ein kräftiger Händedruck signalisiert selbstsicherheit
Die richtige Körpersprache kann helfen: So verhält man sich im Job richtig © Serbia

  • Beim Betreten eines Raumes sollte man nicht im Türrahmen - also in vermeintlich sicherer Deckung - stehenbleiben, denn dies signalisiert Unsicherheit
  • Besser ist es, gleich mitten in den Raum zu gehen, so wie ein Elefant auch mitten auf eine Waldlichtung tritt und sich von dort aus umsieht
  • Muss man eine Rede oder Ansprache halten, sollte man mit weiten und festen Schritten vortreten
  • Geht man zu einer höher gestellten Person in den Raum, sollte man die Tür hinter sich schließen und einen Schritt in den Raum hineingehen. Dort bleibt man ein paar Sekunden stehen und nimmt Blickkontakt mit dem Vorgesetzten auf. Gibt er durch ein Signal das Zeichen, dass man nähertreten soll, so kann man nun mit festen Schritten den Raum betreten und auf seinen Sitzplatz zusteuern.

Don'ts im Arbeitsumfeld

Es gibt Körpersignale, die Sie im Beruf vermeiden sollten.
Diese Körpersprache sollten Sie dringlichst vermeiden. © fotogestoeber - Fotolia

  • Sitzt ein Gesprächspartner beim Bewerbungsgespräch mit breiten, weit geöffneten Beinen vor dem Chef, so deutet dies auf rücksichtsloses Verhalten und Respektlosigkeit hin.
  • Schiebt er oder sie die Brille hastig hoch, so soll dies einen Zeitgewinn bringen, hastiges Abnehmen deutet auf große Erregung hin.
  • Ist man selbstgefällig, so zeigt man dieses, indem man sich öfters das Kinn reibt.
  • Arroganz wird durch hochgezogene Augenbrauen und Mundwinkel angedeutet.
  • Das häufige Verdecken des Gesichtes mit den Händen deutet auf Verlegenheit hin.
  • Wer seine Hände mit ausgestreckten Zeigefingern aneinanderlegt wie eine Pistole, der drückt versteckte Aggressivität aus.
  • Legt der Gesprächspartner sich einen oder mehrere Finger an die Lippen, so sagt dies aus, dass er womöglich Informationen zurückhält. 

Unabhängig von Flirtsituationen und dem beruflichen Auftreten gibt es einige Körpersignale, die jedem sofort klarmachen, was sie bedeuten:

  • So drückt jemand, der schon mit seiner aufrechten, breitbeinigen Haltung viel Raum einnimmt, ruhig und gelassen dasteht, seine Überlegenheit und seinen Machtanspruch aus.
  • Im Gegensatz dazu weist eine enge Körperhaltung mit schmaler Fußstellung und schräg gestelltem Kopf auf Schwäche hin.
  • Ist man verschlossen oder enttäuscht, so wird man die Arme vor der Brust verschränken.
  • Starke Erregung drückt man durch in die Hüften gestemmte Hände aus.
  • Und befindet man sich auf dem Rückzug, verschränkt man die Arme hinter dem Rücken.

Körpersprache in fremden Ländern: Andere Länder, andere Sitten

Doch Achtung: Was uns Europäern als ganz normal erscheint, kann in anderen Kulturkreisen etwas völlig anderes bedeuten. Zum Beispiel sitzen amerikanische Männer gerne sehr lässig da, indem sie den Knöchel eines Beines quer über das Knie des anderen Beines legen. Dies sieht für uns fast schon arrogant und tendenziell machomäßig aus. Die Amerikaner finden dagegen die übereinandergeschlagenen Beine europäischer Männer mit geschlossenen Oberschenkeln sehr "unmännlich".

In Südamerika zum Beispiel gelten andere Regeln, was den körperlichen Abstand zwischen zwei Menschen betrifft: So musste in einem brasilianischen Reitclub das Geländer der Veranda erhöht werden. Der Grund: Beim Gespräch wichen die europäischen Besucher vor ihren nahe heranrückenden südamerikanischen Gastgebern immer weiter nach hinten zurück, dass viele rückwärts über das niedrige Geländer stürzten!

Verständigungsprobleme dürften auch zwischen kühlen Briten und Puerto-Ricanern herrschen: Diese berühren ihren Gesprächspartner innerhalb einer Stunde laut Beobachtungen bis zu 180 mal. Für die zurückhaltenden Briten ist das viel zu oft: Sie würden den Puerto-Ricanern bei soviel Körperkontakt homosexuelle Absichten unterstellen!

Wer also demnächst mehr auf seine Körpersprache als auf die Worte seines Gegenübers achtet, der wird viel Neues entdecken und bestimmt auch manche Überraschung erleben. Eines der schönsten Beispiele für die Diskrepanz zwischen Gesagtem und körperlichem Ausdruck ist eine Szene aus dem Kultfilm "Dirty Dancing" mit Patrick Swayze. Als das junge, wohlerzogene Mädchen Babe zum ersten Mal dem heißen Tanzlehrer Jonny gegenübersteht, steht sie mit bebenden Lippen und weit geöffneten Augen vor ihm und schmachte ihn an. Aber ihr erster Satz an ihn, der inzwischen auch schon längst Kultstatus erreicht hat, lautet: "Ich habe eine Melone getragen!"

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