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"Kochhaus": Wie funktioniert der Einkauf im "begehbaren Kochbuch"?

"Kochhaus": Rezept und alle Zutaten aus einer Hand
"Kochhaus": Rezept und alle Zutaten aus einer Hand Einkaufen und kochen leicht gemacht 00:02:57
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"Kochhaus": Wo liegen die Vorteile?

Kennen Sie das auch? Sie wissen nicht, was sie kochen sollen. Und wenn Ihnen dann doch ein Gericht eingefallen ist, dauert das Zusammenkaufen der einzelnen Lebensmittel ewig. Nun gibt es Geschäfte, die Ihnen diesen ganzen Stress abnehmen möchten – sogenannte Kochhäuser. Wie die funktionieren und welche Vorteile das „Kochhaus“-Konzept gegenüber normalen Supermärkten hat, hat unsere Reporterin Anna Hohns getestet.

Vor allem Zutaten, mit denen man nur selten kocht, muss man im Supermarkt erst einmal suchen. Schlimmstenfalls ist das benötigte Gewürz oder eine andere wichtige Zutat nicht vorrätig und man muss auch noch zu einem anderen Supermarkt fahren. Das kostet Zeit, die man nicht hat, wenn man zum Essen beispielsweise Gäste erwartet oder aber das Essen zu einer bestimmten Zeit fertig sein muss. Unsere Reporterin Anna Hohns hat sich für folgendes Menü entschieden: Als Vorspeise will sie eine Radieschensuppe kochen, als Hauptgang sollen Nudeln mit Blattspinat und Frischkäse auf den Tisch kommen und zum Dessert gibt es Vanille-Quark-Creme mit Keksen. Auf der Einkaufsliste der Reporterin stehen 19 verschiedene Zutaten. Und von vielen gibt es natürlich auch mehrere Hersteller.

Im Supermarkt kann sie aus einem riesigen Sortiment wählen: Auf der einen Seite ist eine solch große Auswahl natürlich toll. Auf der anderen Seite muss sie jeden Gang einzeln absuchen, wodurch sich der Einkauf wie Kaugummi zieht. „So, ich habe jetzt echt nicht gebummelt, aber ich habe trotzdem 40 Minuten gebraucht und bin noch nicht fertig", erzählt Hohns. Weil sie im Supermarkt nicht alles bekommen hat, muss sie schließlich noch weiter auf den Wochenmarkt. Mini-Orangen, sogenannte Kumquats, findet sie aber auch dort nicht.

Warum muss man sich Zutaten oft so mühselig zusammensuchen? Das fragten sich auch die Gründer der "Kochhaus"-Filialen und wollten es anders machen: Hier sind die Waren nach Rezept geordnet und schon passend portioniert. Die Filialen sind praktisch begehbare Kochbücher. "Wenn ich also für mein Rezept z.B. nur ein Radieschen brauche, dann kaufe ich auch nur ein Radieschen oder eine Schalotte oder einen Brühwürfel." 18 verschiedene, stets wechselnde Rezepte stehen zur Auswahl. Für jedes gibt es gratis eine Anleitung mit Bildern dazu. Im Schnitt kosten die Gerichte pro Person zwischen drei und sechs Euro. "Wenn man schon weiß, was man kochen möchte, geht der Einkauf hier natürlich rasend schnell. Ich hab alles in allem nicht mehr als 15 Min. gebraucht", lautet das Fazit unserer Reporterin.

Während sie mit den Zutaten aus den Großpackungen vom Supermarkt nicht sofort munter drauflos kochen kann und erst einmal die passenden Portionen für die Rezepte abwiegen muss, kann Hohns mit den "Kochhaus"-Zutaten sofort starten. Ein weiterer Vorteil: Am Ende bleiben keine angebrochenen Lebensmittel übrig, die bald verwertet werden müssen.

So will "Kochhaus" auch Küchenmuffel an den Herd locken. "Wir wollen, dass unsere Kunden wieder bewusster auch selber kochen und ein bisschen herangebracht werden, weil viele Kunden sich das ohne uns vielleicht gar nicht trauen. Wir haben da auch schon viel Feedback bekommen, dass man einfach wieder selber zuhause am Herd steht und weiß, was man kocht", erklärt „Kochhaus“-Filialleiter Robert Ehrlich.

Doch wie sieht es preislich aus? „Bei Kochhaus hab ich pro Person 11,15 Euro für mein Essen gezahlt, bei den Mitbewerbern 9,08 Euro“, sagt Hohns. Der Einkauf bei „Kochhaus“ war also etwas teurer, allerdings ging der Einkauf dort auch wesentlich schneller, so das Fazit der Reporterin.

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