
Zucker oder Süßstoff: Wieviel süß ist gesund?
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Erst die Lust und dann der Nachgeschmack
Er war der süßeste Mann Deutschlands: Franz Carl Achard. Und er war clever. Vor ziemlich genau 300 Jahren machte er den ersten Zucker aus Runkelrüben. Den süßen Stoff ließ er seinen König probieren und siehe da, seiner Majestät mundete es. Friedrich Wilhelm III. von Preußen war sogar so begeistert, dass er 1801 die erste Zuckerfabrik bauen ließ. Seit dem haben die weißen Kristalle einen Siegeszug ohne gleichen angetreten und die ganze Welt ist süßer Lust verfallen.
Kalorien und sonst nix?
Weißer Raffinade-Zucker, wie er im Haushalt verwendet wird, brauner Zucker, Rohrzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker – jeder Zucker unterscheidet sich in Struktur und Zusammensetzung von dem anderen. Und trotzdem, sie haben alle etwas Entscheidendes gemeinsam: Sie transportieren vor allem Brennwerte, also Kalorien. Allein auf ein Gramm Zucker kommen vier Kilokalorien. Mineralstoffe, Spurenelemente oder Vitamine sind nicht vorhanden. Fachleute sprechen deshalb auch von "leeren Kalorien" und Ernährungspuristen lehnen die zusätzliche Prise Zucker im Essen oder das Klümpchen im Kaffee kategorisch ab. Ein schweres Unterfangen, hier konsequent zu sein, denn Zucker findet sich in fast allen Produkten der Nahrungsmittelindustrie.
Was ist mit der Power für den Stoffwechsel?
Gemüse, Kartoffeln, Obst, Milch- und Getreideprodukte - wer sich ausgewogen ernährt, nimmt bereits genügend Kohlehydrate zu sich. Die werden während der Verdauung zu Glukose, also Zucker umgebaut, ins Blut geleitet und dem Körperstoffwechsel zur Verfügung gestellt. Muskeln, Gehirn und alle übrigen Organe bekommen auf diese Weise genügend Power. Der Körper kommt mit dem selbst gebastelten Zucker bestens klar und braucht die gewürfelte, gestreute, gepuderte oder eingerührte Variante gar nicht. Aber Zucker vom Speiseplan streichen, wie soll das gehen, wo er doch in fast allen Nahrungsmitteln steckt? Silke Restemeyer: "Wichtiger als der völlige Verzicht ist es, sich bewusst zu machen, wie viel Zucker man isst und wie man ihn sinnvoll reduzieren kann." Wer sich alles Süße versagt, läuft außerdem Gefahr in die Psychofalle zu tappen. Das Versagte und Verbotene wird unwiderstehlich, Heißhunger-Attacken auf Schokolade und Co sind vorprogrammiert.
Süßstoff – die Alternative?
Kaum zu glauben, aber so ist es: Experten raten Leckermäulern zur Süße aus dem Labor. Die so genannten Zuckerersatz- oder Austauschstoffe gelten als gut überprüft und gesundheitlich unbedenklich. Ein weiteres Plus: Sie verursachen keine Karies. Saccharin, Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Sucralose oder Thaumatin gehören zu den Bekanntesten. Ihre Süßkraft ist bis zu 3000 Mal höher als die von Zucker und sie haben fast keine Kalorien. Süßstoffe werden übrigens vom Körper weitgehend unverändert ausgeschieden und können bei übermäßigem Verzehr abführende Wirkung haben. Eine andere Gruppe, die so genannten Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Isomalt sind weniger effektiv. Sie haben zwar nur halb so viele Kalorien wie Zucker, aber dafür auch nur halb so viel Süßkraft. Das Durchfallrisiko ist bei ihnen höher als bei anderen künstlichen Süßern.









