Zucker oder Süßstoff: Wieviel süß ist gesund?

Zucker oder Süßstoff: Wieviel süß ist gesund?

Franz Carl Achard, entwickelte die Technik zur Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben.
Bildquelle: Pressebild

Erst die Lust und dann der Nachgeschmack

Er war der süßeste Mann Deutschlands: Franz Carl Achard. Und er war clever. Vor ziemlich genau 300 Jahren machte er den ersten Zucker aus Runkelrüben. Den süßen Stoff ließ er seinen König probieren und siehe da, seiner Majestät mundete es. Friedrich Wilhelm III. von Preußen war sogar so begeistert, dass er 1801 die erste Zuckerfabrik bauen ließ. Seit dem haben die weißen Kristalle einen Siegeszug ohne gleichen angetreten und die ganze Welt ist süßer Lust verfallen.

Von Daniele Erdorf 
 
Aber, tut er uns auch gut, der Zucker? Schließlich isst jeder Deutsche rund 37 Kilogramm pro Jahr davon. Zirka 6 Kilo kommen dabei direkt aus der Zuckertüte, der Rest wird mehr oder weniger versteckt über Nahrungsmittel und Getränke konsumiert. Die Zeit, als Frans Carl Achard sich noch in aller Unschuld rühmen konnte, ein Luxusgut auf den Weg gebracht zu haben, ist vorbei. Die raffinierte Süße ist heute gleichbedeutend mit massenhaftem und oft auch unbedachtem Verbrauch. "Die Frage, ob Zucker gut oder schlecht ist, lässt sich nicht pauschal beantworten", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. "Es kommt darauf an, wie viel Zucker wir tatsächlich am Tag zu uns nehmen." Die Gute Nachricht: Naschen ist erlaubt! Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät keinesfalls zur Zucker-Null-Diät, sondern zum "maßvollen Umgang". In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, es sollten nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs durch zusätzlichen Zucker gedeckt werden.

Kalorien und sonst nix?

Weißer Raffinade-Zucker, wie er im Haushalt verwendet wird, brauner Zucker, Rohrzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker – jeder Zucker unterscheidet sich in Struktur und Zusammensetzung von dem anderen. Und trotzdem, sie haben alle etwas Entscheidendes gemeinsam: Sie transportieren vor allem Brennwerte, also Kalorien. Allein auf ein Gramm Zucker kommen vier Kilokalorien. Mineralstoffe, Spurenelemente oder Vitamine sind nicht vorhanden. Fachleute sprechen deshalb auch von "leeren Kalorien" und Ernährungspuristen lehnen die zusätzliche Prise Zucker im Essen oder das Klümpchen im Kaffee kategorisch ab. Ein schweres Unterfangen, hier konsequent zu sein, denn Zucker findet sich in fast allen Produkten der Nahrungsmittelindustrie.

Gewarnt wird vor allem vor den schwer aufzuspürenden, versteckten Zuckern. So wird häufig übersehen, dass selbst Fruchtsäfte ohne Extra-Süße schon reichlich Zucker aufweisen. „200 Milliliter Apfelsaft - das ist gerade mal ein Glas voll - enthalten rund 20 Gramm“, so die Ökotrophologin Silke Restemeyer. Noch problematischer ist es bei Lebensmitteln, die man auf den ersten Blick gar nicht mit Zucker in Verbindung bringt. Ketchup beispielsweise. Silke Restemeyer: „Eine 750 Milliliter-Flasche enthält etwa 180 Gramm. Das sind umgerechnet 60 Stücke Würfelzucker.“ Selbst herzhafte Tütensuppen, Dosengemüse wie Mais oder andere konservierte Lebensmittel enthalten Zucker. Ein Blick auf Verpackung und Nährwertangaben lohnt sich immer: Unter dem Punkt Kohlehydrate lässt sich der Zuckerwert in Gramm ablesen.

Bildquelle: deutsche presse agentur

Was ist mit der Power für den Stoffwechsel?

Gemüse, Kartoffeln, Obst, Milch- und Getreideprodukte - wer sich ausgewogen ernährt, nimmt bereits genügend Kohlehydrate zu sich. Die werden während der Verdauung zu Glukose, also Zucker umgebaut, ins Blut geleitet und dem Körperstoffwechsel zur Verfügung gestellt. Muskeln, Gehirn und alle übrigen Organe bekommen auf diese Weise genügend Power. Der Körper kommt mit dem selbst gebastelten Zucker bestens klar und braucht die gewürfelte, gestreute, gepuderte oder eingerührte Variante gar nicht. Aber Zucker vom Speiseplan streichen, wie soll das gehen, wo er doch in fast allen Nahrungsmitteln steckt? Silke Restemeyer: "Wichtiger als der völlige Verzicht ist es, sich bewusst zu machen, wie viel Zucker man isst und wie man ihn sinnvoll reduzieren kann." Wer sich alles Süße versagt, läuft außerdem Gefahr in die Psychofalle zu tappen. Das Versagte und Verbotene wird unwiderstehlich, Heißhunger-Attacken auf Schokolade und Co sind vorprogrammiert.

Süßstoff – die Alternative?

Kaum zu glauben, aber so ist es: Experten raten Leckermäulern zur Süße aus dem Labor. Die so genannten Zuckerersatz- oder Austauschstoffe gelten als gut überprüft und gesundheitlich unbedenklich. Ein weiteres Plus: Sie verursachen keine Karies. Saccharin, Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Sucralose oder Thaumatin gehören zu den Bekanntesten. Ihre Süßkraft ist bis zu 3000 Mal höher als die von Zucker und sie haben fast keine Kalorien. Süßstoffe werden übrigens vom Körper weitgehend unverändert ausgeschieden und können bei übermäßigem Verzehr abführende Wirkung haben. Eine andere Gruppe, die so genannten Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Isomalt sind weniger effektiv. Sie haben zwar nur halb so viele Kalorien wie Zucker, aber dafür auch nur halb so viel Süßkraft. Das Durchfallrisiko ist bei ihnen höher als bei anderen künstlichen Süßern.  

Weiterlesen: Macht Zucker dick?

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