Knochenmarkspende: Sieht Mira (6) ihrem Spender jetzt ähnlich?

Mira (6) verdankt Christian (32) ihr Leben

Wenn man einem Menschen Stammzellen spendet, sieht man ihm danach ähnlich? Das behaupten jetzt die Eltern der kleinen Mira Erdmann aus den USA. Mira konnte nur überleben, weil Christian Werth – ein Deutscher aus Brandenburg – ihr Knochenmark gespendet hat. Jetzt sagen Miras Eltern: Seitdem sieht ihre Tochter Christian nicht nur ähnlich, sondern hat sogar seine Augenfarbe angenommen. Kann das wirklich sein?

Knochenmarkspende: Hat Mira (6) die Augenfarbe ihres Spenders?
Kaum wieder zu erkennen: Während ihrer Behandlung, blähten die Medikamente Miras kleinen Körper stark auf

Mira war gerade einmal neun Monate alt, als sie an der seltenen Autoimmunkrankheit HLH erkrankte. Ärzte schätzten ihre Überlebenschancen bei weniger als 50 Prozent, sollte sie keinen Stammzellenspender finden.

Drei lange Jahre lang muss die kleine Mira mit starken Medikamenten behandelt werden und ihre Eltern hoffen und bangen, dass ein passender Spender gefunden wird. Ende 2011 kommt der erlösende Anruf: Es gibt einen Spender für Mira. Nach der Stammzellenspende von Christian geht es Mira Monat für Monat immer besser. Zwei Jahre lang kämpft sie, bis sie endlich wieder aus dem Krankenhaus nach Hause darf. Doch Miras Eltern wissen immer noch nicht, wer der Spender ist. Das Gesetz sieht vor, dass dieser anonym bleibt. Erst nach weiteren zwei Jahren können die Erdmanns Christian endlich kennenlernen.

Und Christian kann endlich mit eigenen Augen sehen, was er mit seiner Spende erreicht hat. "Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass das Leben einen Sinn gehabt hat. Ich konnte jemandem helfen", sagt der Knochenmarkspender.

Hat Mira Christians Augenfarbe angenommen?

Neben Miras Gesundheit, sagen die Erdmanns, hat Christian auch für optische Veränderungen in ihrer Tochter gesorgt: Sie haben entdeckt, dass ihr Kind plötzlich grüne Augen bekommen hat – dieselbe Farbe, wie die ihres Spenders Christian. "Alle unsere Kinder haben blaue Augen, aber schon kurz nach der Transplantation wurden ihre Augen grün", erklärt Miras Vater, Brett Erdmann.

Hat Mira wirklich mit dem Knochenmark die Augenfarbe ihres Spenders bekommen? Dr. med. Jörn-Sven Kühl von der Charité in Berlin sagt, dass dies so nicht stimmen kann. "Die Augenfarbe kann sich durch eine solche Transplantation nicht verändern. Alle Kinder werden mit blauen Augen geboren, weil grüne oder braune Augen erst später auftreten", erklärt Dr. Kühl. "Hier muss es sich um einen Zufall handeln."

Ob es nun stimmt oder nicht, dass Christians Spende Mira ihm ein bisschen ähnlicher gemacht hat – ein schöner Gedanke ist es für ihn auf jeden Fall. Und auch, wenn im Alltag knapp 7.000 Kilometern zwischen ihnen liegen, werden die beiden für immer verbunden bleiben.

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