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Knochenmarkspende: Ablauf einer Knochenmarkspende

stammzellen spenden: So geht das
Eine Knochenmarkspende hilft Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind. Eigentlich wäre es besser von Stammzellenspende zu sprechen. © picture-alliance / ZB, Waltraud Grubitzsch

Knochenmarkspende: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Im Kampf gegen Leukämie kann eine Knochenmarkspende lebenswichtig sein. Stammzellenspender sind dringend gesucht.

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Wer darf überhaupt Knochenmarkspender werden?

Knochenmarkspender kann werden, wer sowohl zwischen 18 und 55 Jahre alt und in guter körperlicher Verfassung ist. Zum Schutz des Spenders und zum Wohle der Patienten gibt es einige Ausnahmen.

Folgende Personen dürfen nicht in die Kartei aufgenommen werden: Personen, die wie erwähnt jünger als 18 oder älter als 55 Jahre sind. Außerdem Menschen, die weniger als 50 kg wiegen oder aber stark übergewichtig sind. Bei einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 40 ist eine Aufnahme leider nicht möglich. Ausgeschlossen sind zudem Personen mit bestimmten schweren Erkrankungen, Personen nach einer Fremdorgantransplantation, Personen mit einer Suchterkrankung sowie Personen, die zu den von der Bundesärztekammer festgelegten Risikogruppen gehören.

Wie kann man sich registrieren lassen?

Blutabnahme muss mittlerweile nicht mehr sein. Man kann jetzt quasi auf dem Postweg DKMS-Spender werden: Wenn Sie sich online registrieren, erhalten Sie zwei Wattestäbchen, mit denen Sie zwei Abstriche von der Mundschleimhaut nehmen – ganz bequem und schnell zu Hause. So kann man in einer ersten Stufe testen, ob Sie als Spender ganz grundsätzlich in Frage kommen. Die Online-Registrierung und die Bestellung der Stäbchen können Sie auf Wunsch auf der Homepage der DKMS durchführen.

Ich bin bereits bei einer anderen Datei registriert. Kann ich mich dann auch noch bei der DKMS eintragen lassen?

Eine "doppelte" Registrierung wäre unnötig und falsch, da alle Daten beim Zentralen Knochenmarkspenderregister in Ulm gesammelt werden. Die zweite Eintragung würde zu unnötigen Kosten und auch zu Verwirrungen führen.

Stammzellenspende: (Fast) jeder kann spenden

Kostet die Registrierung etwas?

Eigentlich nicht, da die Kosten nicht vom Spender übernommen werden müssen. Dennoch kostet das Verfahren für eine Registrierung jedes neuen Spenders 50 Euro. Da braucht die Deutsche Knochenmarkspenderdatei dringend finanzielle Unterstützung (DKMS, Deutsche Bank Hamburg, Konto: 027 43 57, BLZ: 200 700 24).

Wie hoch ist die Chance, dass ich für eine Stammzellspende in Frage komme?

Der Erfahrung nach kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender, die vollständig typisiert sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit, Stammzellen zu spenden, etwa ein Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung. Im Moment spenden täglich mindestens acht DKMS-Spender Stammzellen oder Knochenmark, rund 240 im Monat. Über 17.337 Mal konnte bereits die Chance auf Leben gegeben werden.

Knochenmarkspende: So ist der Ablauf

Knochenmarkspende: Ablauf einer Knochenmarkspende
© dpa/dpaweb, A3508 Rolf Vennenbernd

Wann kommt man denn jetzt genau als Spender in Frage?

Entgegen der landläufigen Meinung spielt bei der Spendersuche die Blutgruppe keine Rolle - Spender und Empfänger können unterschiedliche Blutgruppen besitzen. Untersucht werden hingegen die so genannten HLA-Typen - das sind bestimmte Gewebemerkmale. Wenn eine Übereinstimmung zwischen den ersten vier von mindestens sechs HLA-Merkmalen eines Patienten und von Spendern festgestellt wurde, wird bei diesen Spendern eine weitere Gewebetypisierung veranlasst. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach dieser Typisierung der Spender weiterhin für einen bestimmten Patienten als Stammzellspender in Frage kommt, beträgt etwa fünf Prozent.

Kommt es nach einem ersten erfolgreichen Fund eines Spenders zu weiteren Tests?

Ja. Ist ein passender Spender gefunden, so werden dessen Gewebemerkmale noch einmal getestet (sog. Bestätigungstest oder Confirmatory Typing) als auch mittels eines medizinischen Fragebogens sowie virologischen Untersuchungen die Spendefähigkeit beurteilt. Dies geschieht, um alle Risikofaktoren ausschließen zu können, die später den Spender oder den Empfänger gefährden könnten. Die Spenderdateien sind verpflichtet, den Spender über auffällige Befunde (z. B. positive Befunde für Hepatitis- oder HIV-Marker oder seltene Blutmerkmale) zu informieren.

Bis zum Beginn der Vorbehandlung des Patienten kann der Spender jederzeit noch von der Spende zurücktreten. Nach Möglichkeit sollte dies zu einem so späten Zeitpunkt jedoch vermieden werden, da bis dahin bereits viel Zeit und Geld in die Spendersuche investiert worden ist.

Wenn es tatsächlich zu einer Knochenmarksspende kommt. Wie groß ist der Zeitaufwand bei einer Spende?

Bei der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm ist in der Regel ein Krankenhausaufenthalt von etwa drei Tagen erforderlich.

Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender über fünf Tage hinweg ein hormonähnlicher Stoff unter die Haut gespritzt (wie Insulin beim Diabetiker). Dies kann beim Hausarzt geschehen, aber auch vom Spender selbst vorgenommen werden. Der eigentliche Vorgang der Stammzellentnahme kann im Anschluss daran ambulant erfolgen und dauert ca. 3 bis 4 Stunden. Gegebenenfalls ist eine zweite Entnahme am Folgetag notwendig (siehe unten).

Stammzellen spenden: Das passiert

Wie funktioniert die Knochenmarksentnahme?

Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren.

Erstens die Knochenmarkentnahme: Der Spender verbleibt für zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Unter Vollnarkose werden ihm aus dem Beckenknochen rund ein Liter Knochenmark entnommen und dem Patienten übertragen. Beim Spender bildet sich das Knochenmark nach.

Zweitens die periphere Stammzellentnahme: Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht. Dieses regt die Produktion der Stammzellen an und bewirkt deren Ausschwemmung in das periphere Blut. Mit einem Zellseparator werden die Stammzellen, ähnlich einem Dialyseverfahren, aus dem Blut gesammelt.

Hat Knochenmark etwas mit dem Rückenmark zu tun?

Nein, hier handelt es sich um einen weitverbreiteten Irrtum. Außer der Ähnlichkeit der Worte haben sie nichts miteinander zu tun. Das Rückenmark bleibt völlig unberührt. Es besteht daher auch keine Gefahr einer Querschnittslähmung!

Mehr Information zum Thema?

Weitere und tiefer gehende Information zum Thema finden Sie auf der Internetseite der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH). Klicken Sie einfach oben auf die Homepage der DKMS. Dort gibt es auch das Registrierungsformular, um Stammzellen spenden zu können.