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Klischee Frau mit Katze: Haben 'Katzenfrauen' weniger Glück in der Liebe?

Liebesexpertin Birgit Ehrenberg
Liebesexpertin Birgit Ehrenberg kennt sich aus.

Kriegen Frauen, die Katzen lieben, keine Männer ab?

Ich kenne viele Frauen, die Katzen lieben und mit einer Katze in einer fröhlichen Gemeinschaft leben. Ich selbst kann sehr gut verstehen, dass man eine Katze liebt. Katzen sind elegante, meistens verschmuste und rätselhafte Tiere, sie sind einfach in jeder Hinsicht eine Bereicherung für Menschen. Mit einer Katze wird es nie langweilig. Mehr ist über dieses Thema eigentlich nicht zu sagen, möchte man meinen, außer dass – wie überall im Leben – auch bei Haustieren die Geschmäcker verschieden sind. Der eine schwört auf Katzen, der andere auf Hunde oder Hamster.

Was die weibliche Vorliebe für Katzen angeht, gibt es ein hartnäckiges Klischee, das ich heute aus der Welt schaffen möchte. Das Klischee geistert durch die Männerwelt wie ein Schreckgespenst und nährt sich aus folgenden Vorurteilen: Frauen mit Katzen sind erstens in der Regel single, zweitens sonderlich und verschroben, drittens hauptsächlich an Katzen interessiert und weniger an Männern, wobei sich das gegenseitig bedingt. Sie favorisieren Katzen, weil sie keinen Mann abkriegen. Geschieht das Wunder und sie lernen einen Herrn kennen, der sich in sie verliebt, verschrecken sie den Verehrer mit ihrem Katzen-Fanatismus.

Wie gesagt, ich persönlich bin mit vielen Frauen befreundet, die eine Katze haben. Einige sind sogar wirklich single, sonderlich und verschroben ist allerdings keine, und einen Mann (oder mehrere) würde jede von ihnen abkriegen – theoretisch. Praktisch sind Männer oft schon genervt, wenn sie eine Frau kennenlernen und diese von ihrer Mieze erzählt. Ich habe von Männern gehört, die davon panisch ausgehen dass eine Frau, die ein einziges harmloses Kätzchen ihr Eigen nennt, irgendwann die ganze Wohnung voller Katzen hat.

Männer übertragen die Eigenschaften einer Katze auf ihre Besitzerin

Was steckt hinter dem Vorurteil über sogenannte 'Katzen-Frauen'? Ich glaube, Männer bringen hier etwas gehörig durcheinander. Sie wissen natürlich, dass Katzen als undurchschaubar gelten, dass sie nicht leicht zu knacken sind, dass Katzen machen, was sie wollen. Die Liebe einer Katze muss man sich erobern. Das haben Männer im Hinterstübchen, wenn sie auf eine Frau mit Katze treffen. Sie übertragen die Eigenschaft der Eigenwilligkeit der Katze auf deren Besitzerin, das geschieht natürlich unbewusst.

Ich gehe davon aus, dass kein Mann so blöd ist und tatsächlich glaubt, dass Katzenbesitzerinnen zickig sind, weil ihre Katzen zickig sind. Doch das Unterbewusstsein hat eine große Macht. In Männern toben häufig archaische Ängste, dass sie ihre Männlichkeit einbüßen könnten im Umgang mit einer starken Frau. Zickigkeit und Stärke wird gern verwechselt. Offiziell stehen Männer auf Frauen, die sich nichts vorschreiben lassen, insgeheim machen sie sich allerdings ein wenig in die Hose bei der Vorstellung, ihre Partnerin sei komplett autark. Männer wollen wohl gebraucht werden.

Männern, die sich in eine Katzen-Frau verliebt haben und in Sorge um ihr Seelenheil sind, rate ich: Lasst walten, was Euch nach Eurem Selbstverständnis auszeichnet – das ist die herrliche Vernunft. Vorurteile sind per se unvernünftig, im schlimmsten Fall stehen sie sogar ehrlichen Gefühlen im Weg. Die Fakten sind: Eine Katze ist eine Katze und kein mystisches Wesen. Eine Frau ist eine Frau, und eine Frau, die Katzen liebt, liebt Katzen, weil sie elegant, meistens verschmust und rätselhaft sind, und es mit ihnen nie langweilig wird. Das ist schon alles.

Zwei Fliegen mit einer Klappe, heute habe ich Tierliebe und die Liebe zwischen Frau und Mann leicht gemacht – Eure Birgit

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