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Kleinkind-Erziehung: Liebe macht schlau

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#EarlyMomentsMatter

Unicef hat eine neue Kampagne entwickelt: #EarlyMomentsMatter – die frühen Momente zählen. Das bedeutet, dass die ersten 1.000 Tage ganz entscheidend sind für die Entwicklung des Kindes. Warum ist die frühe Kindheit so wichtig für die Entwicklung? Und was können Eltern für ihre Kinder tun?

Von Jutta Rogge-Strang

Die ersten drei Jahre sind ganz entscheidend für die Entwicklung eines Kindes. Denn dann werden die Weichen für das ganze Leben gestellt. Vernachlässigung - und das bedeutet nicht nur Missbrauch, sondern auch Schläge, Hunger, Missachtung und Demütigung - verkürzt das Leben, fanden Forscher heraus. Ein liebevoller Umgang zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen fördert hingegen die Gehirnentwicklung. Er bildet die Basis für ein ausgeglichenes Gefühlsleben und stabilisiert die Gesundheit und Lernfähigkeit.

In den ersten Lebensjahren bilden Neuronen in unserem Gehirn neue Verbindungen mit der erstaunlichen Rate von 700-1.000 pro Sekunde. Diese Verbindungen sind die Bausteine der Zukunft eines Kindes. Aber wenn ein Kind schlecht genährt und gepflegt wird, wenn es nicht richtig stimuliert und vor Gewalt geschützt ist, dann ist seine Entwicklung ernsthaft betroffen. Ein Kind, dessen Gehirn sich nicht richtig entwickeln kann, kann nicht so gut lernen. Es kann sich nicht entwickeln, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Eine instabile Kindheit kann Lebenserwartung senken

Tatsächlich bedeutet eine ungünstige Kindheit auch, dass sogar die Lebenserwartung deutlich sinkt. Es kommt zu Veränderungen in bestimmten Hirnbereichen, aber auch zu Veränderungen im Verhalten. Wichtig ist, wie man sich als Erwachsener in bestimmten Situationen verhält. Wie geht man mit belastenden Situationen um? Das Stressempfinden und daraus resultierende ungünstige Verhaltensweisen entscheiden gravierend über die Lebenserwartung.

In Riesenschritten entwickelt sich das Baby vom Säugling zum Kleinkind. Aber wie kann man die Gehirnentwicklung am besten anregen? Am Wichtigsten ist die feste Bindung zu einer Kontaktperson, die von Liebe, Zuwendung und Zeit geprägt ist. Nur aus dieser sicheren Position heraus können sich später glückliche zufriedene Menschen entwickeln. Das Kind lernt, Vertrauen in sich und andere zu haben, es hat ein starkes Selbstwertgefühl und traut sich in die Welt. 

Liebe macht schlau

Viele Eltern befürchten nun, in der frühkindlichen Entwicklung etwas zu verpassen. Sie kaufen elektronische Lern-Medien oder schleppen ihren Nachwuchs zur musikalischen Früherziehung, zum Schwimmen oder zum Englischkurs für Vorschulkinder. Aber das ist nicht entscheidend für die Gehirnentwicklung. Tatsächlich ist es ganz simpel: Spielen Sie mit ihren Kindern, schenken Sie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit, das reicht.

Wer oft mit seinem Kind spricht, es ansieht, in den Arm nimmt, wer es lobt und liebt, der vermittelt dem Kind eine verlässliche Bindung und Geborgenheit. Die volle Aufmerksamkeit macht Kinder klug, so Psychologen. Und die muss nicht besonders originell sein: Da reicht schon das gemeinsame Spiel im Sandkasten, ein Ausflug oder das Anschauen eines Bilderbuches auf Mamas Schoß. Fernsehen dagegen hält die Kleinsten dumm, sie lernen nichts dabei. Nur Liebe macht gesund, sozial, stressresistent und schlau. Zum Glück machen das die meisten Eltern automatisch richtig. 

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